Grenzwertige 'Mini-WM' in Übersee: Herren-
Trainer schlagen nach Beaver Creek Alarm!
- Gefährliche Rennen Thema bei Sitzung in Val d'Isere
- Giger: "Sonst wird bald was Schlimmes passieren"
·Rocca gewinnt den Beaver Creek-Slalom
4. Platz für Matt, Raich nach Halbzeitführung out
·US-Doppelsieg bei Beaver Creek-Abfahrt
Rahlves vor Miller. Bester
Ö-Läufer Grugger als 3.
·Voller US-Erfolg bei RTL in Beaver-Creek
Miller vor Rahlves, Platz 4 an Schlopy. Maier wird 8.
·Sensation: Reichelt holt Sieg im Super G!
Beaver Creek: Irreguläre
Bedingungen für Stars
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Nach dem abschließenden Slalom, in dem Benjamin Raich am Sonntag bei der "Mini-WM" auf dem Weg zum Sieg von einer Sturmböe verblasen worden war, fand auch ÖSV-Herrenchef Toni Giger, dass es nun "raiche". Vier Rennen in Beaver Creek an vier Tagen mit Extrem-Wetter ließen Giger zur Erkenntnis kommen: "Wir müssen schnell etwas unternehmen. Sonst wird bald etwas Schlimmes passieren."
Giger sprach damit darauf an, dass FIS-Renndirektor Günther Hujara mit Hilfe der - freilich ausgezeichneten - Organisatoren alle vier Rennen durchgeboxt und damit für neue Dimensionen im Weltcup gesorgt hatte. "Früher wären zumindest drei Rennen nicht gefahren worden", hatte Giger trotz seines Bekenntnisses zur "Show" Skisport stärkste Bedenken, ob es der richtige Weg sei, wenn nur noch die Sicherheit, aber nicht auch die Fairness eine Rolle für den Start eines Rennens spielt.
"Benni hätte nie starten dürfen, Das Jury-Mitglied im Ziel hätte das Rennen stoppen müssen", ärgerte sich Giger am Sonntag und verwies auf die Abfahrt, in der die Jury immer wieder unterbrochen hatte, um sichere Verhältnisse zu gewährleisten. "Da hat man es richtig gemacht." Insgesamt haben aber Wind im Super G, Nebel in der Abfahrt, Schneefall im Riesentorlauf und überfallartiger Schneesturm im Slalom für vier grenzwertige Rennen bei Extrem-Bedingungen gesorgt. Für viele zu extrem.
Sitzung der Herren-Trainer in Val d'Isere
Deshalb schlagen die Herren-Trainer jetzt Alarm. Bei einer Sitzung diese Woche in Val d'Isere soll nicht nur über das Qualifikationstraining und die 30er-Regel in der Abfahrt beraten, sondern wegen der aktuellen Entwicklung in Beaver Creek dem ihrer Meinung nach bedenklichen Trend ein Riegel vorgeschoben werden.
"Wir werden diskutieren, wie wir die Limits wieder herunter setzen", so Giger, der Chef der Trainer-Arbeitsgruppe im Weltcup ist. Wenn Beaver der neue Maßstab sei, "dann werden wir künftig überall bei jedem Wetter fahren. Es ist aber schon noch so, dass die Läufer uns Trainern vertrauen können müssen", will Giger die Position der Aktiven wieder stärker vertreten wissen.
ÖSV-Läufer: "Irgendwann muss Schluss sein"
Auch die Läufer sind fast durchwegs dieser Meinung. "Der Trend hat damals in Kitzbühel angefangen und sich seitdem immer mehr gesteigert. Irgendwann muss Schluss sein", hatte etwa Hannes Reichelt nach dem "Blindflug" im Riesentorlauf gemeint.
Sportlich fiel die ÖSV-Bilanz von Beaver Creek zwiespältig aus. Vier Rennen, lediglich ein Überraschungs-Sieg im Super G durch Reichelt und zwei dritte Plätze durch Matthias Lanzinger (Super G) und Johann Grugger (Abfahrt); Österreichs Ski-Herren sind schon erfolgreicher aus Colorado abgereist. Von den seinerzeitigen Maier-Festspielen gar nicht zu reden. Auch Giger fand an dieser Bilanz nichts tolles, notierte aber nach sieben Rennen mit sieben Siegern immerhin, dass im Weltcup alles offen ist.
| Ergebnis: | ||||||
| 1. | Giorgio Rocca | ITA | 1:51,72 Min. | . | 54,97 | 56,75 |
| 2. | Stephane Tissot | FRA | 1:52,58 | +0,86 | 57,05 | 55,53 |
| 3. | Ted Ligety | USA | 1:52,60 | +0,88 | 56,50 | 56,10 |
| 4. | Akira Sasaki | JPN | 1:53,05 | +1,33 | 56,21 | 56,84 |
| . | Kjetil Jansrud | NOR | 1:53,05 | +1,33 | 56,64 | 56,41 |
| . | Mario Matt | AUT | 1:53,05 | +1,33 | 55,13 | 57,92 |
| 7. | Ivica Kostelic | CRO | 1:53,28 | +1,56 | 56,16 | 57,12 |
| 8. | Lars Myhre | NOR | 1:53,31 | +1,59 | 56,71 | 56,60 |
| 9. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:53,72 | +2,00 | 56,46 | 57,26 |
| 10. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:53,74 | +2,02 | 56,81 | 56,93 |
| 11. | Felix Neureuther | GER | 1:53,78 | +2,06 | 57,80 | 55,98 |
| 12. | Reinfried Herbst | AUT | 1:53,80 | +2,08 | 56,68 | 57,12 |
| 13. | Kentaro Minagawa | JPN | 1:53,97 | +2,25 | 56,37 | 57,60 |
| 14. | Patrick Biggs | CAN | 1:54,04 | +2,32 | 57,18 | 56,86 |
| 15. | Patrick Thaler | ITA | 1:54,23 | +2,51 | 57,19 | 57,04 |
| 16. | Tom Rothrock | USA | 1:54,42 | +2,70 | 57,79 | 56,63 |
| 17. | Martin Hansson | SWE | 1:54,73 | +3,01 | 57,18 | 57,55 |
| 18. | Bernard Vajdic | SLO | 1:54,77 | +3,05 | 56,55 | 58,22 |
| 19. | Pierrick Bourgeat | FRA | 1:54,81 | +3,09 | 56,57 | 58,24 |
| 20. | Ales Gorza | SLO | 1:55,13 | +3,41 | 57,78 | 57,35 |
| 21. | Giancarlo Bergamelli | ITA | 1:55,84 | +4,12 | 57,82 | 58,02 |
| 22. | Marc Gini | SUI | 1:56,61 | +4,89 | 57,90 | 58,71 |
| 23. | Hans-Petter Buraas | NOR | 2:00,15 | +8,43 | 57,67 | 1:02,48 |
Ausgeschieden:
Im 2. Lauf:
Benjamin Raich, Kurt Engl (beide AUT), Chip Knight (USA), Kalle Palander (FIN), Daniel Albrecht (SUI), Edoardo Zardini (ITA), Johan Brolenius (SWE), Michael Janyk (CAN)
Im 1. Lauf, u.a.:
Rainer Schönfelder, Manfred Pranger, Martin Marinac, Alexander Koll, Andreas Omminger (alle AUT), Alois Vogl (GER), Jean-Pierre Vidal (FRA), Andre Myhrer (SWE), Jure Kosir (SLO), Manfred Mölgg (ITA), Markus Larsson (SWE), Thomas Grandi (CAN)
Nicht am Start:
Michael Walchhofer (AUT/bereits abgereist), Erik Schlopy (USA/verletzt)
U.a. nicht für den zweiten Lauf qualifiziert:
Patrick Bechter (AUT/39., richtig), Bode Miller (USA/43.)
(apa/red)
