Sonntag, 11. Dezember 2005

Skisprung-Weltcup in Harrachov: Tscheche Jakub Janda feiert seinen dritten Saisonsieg

  • Ahonen 2. vor Küttel. Janda baut WC-Führung aus
  • ÖSV-Adler schwach: Widhölzl als bester auf Rang 11

Der Tscheche Jakub Janda hat auch auf der dritten Station zum Skispringer-Weltcup einen Tagessieg gefeiert. Nach Kuusamo und Lillehammer triumphierte der 27-Jährige am Sonntag in Harrachov neuerlich. Bereits Bester nach dem ersten Durchgang, steigerte sich Janda im Finale von 138,5 auf 141,0 Meter, gewann mit 5,4 Punkten Vorsprung auf den Finnen Janne Ahonen sowie 18,5 auf den drittplatzierten Vortagssieger Andreas Küttel und baute seine Weltcupführung aus.

"Das war der bisher härteste Bewerb meiner Karriere, es ist nicht leicht, bei dem großen Druck in der Heimat zu gewinnen", meinte Janda, der heuer bereits den Sommer-GP dominiert hatte, nach seinem vierten Weltcupsieg.

Widhölzl als bester Österreicher Elfter
Der Vortags-Vierte Andreas Widhölzl brillierte zwar im Finale mit Bestweite von 141,0 m, mehr als Rang elf war für den bestplatzierten Österreicher nach dem schwachen 29. Zwischenrang (121,0 m) aber nicht mehr möglich. Damit blieb für die Österreicher das auf dem Papier schlechteste Abschneiden in der Ära von Trainer Alexander Pointner und seit 12. März 2004 in Lillehammer, als Thomas Morgenstern Zwölfter gewesen war.

Widhölzl hatte am Samstag den ersten Podestplatz des Olympia-Winters nur um acht Zehntelpunkte verpasst, doch tags darauf gelang auch ihm nur ein sehr guter Sprung. "Leider war ich im ersten Durchgang mit dem Absprung viel zu spät dran. Der zweite Sprung war dann wieder so, wie ich es von mir selbst erwarte", meinte der Tiroler.

Morgenstern unzufrieden
Thomas Morgenstern (127,5/131,5) landete an zwölfter Stelle ("Das ist für mich keinesfalls befriedigend"), Wolfgang Loitzl als 20. (129,5/125,0) und Andreas Kofler als 24. (129,0/123,0) fielen im Finale zurück. Martin Koch verpasste die Entscheidung der besten 30, Martin Höllwarth fehlte wegen einer Erkrankung. Vor allem Kofler, gemeinsam mit Widhölzl und Morgenstern Hoffnungsträger von Pointner, bringt seine Trainingsleistungen nicht in den Wettkampf hinüber. "Ich versuche zu viel in meine Sprünge einzugreifen", meinte der Tiroler, der daran arbeitet, auch im Wettkampf "den Sprung von innen laufen zu lassen".

Schwächster ÖSV-Start seit 22 Jahren
Österreich steht zum erst zweiten Mal seit Bestehen des Weltcups nach sechs Bewerben noch ohne Podestplatz da (so wie 1983/84), die vergeblichen Anläufe setzen die Österreicher offenbar doch unter Druck. Trainer Alexander Pointner möchte hingegen keine Unruhe aufkommen lassen. "Das ist die Kunst, dass keiner die Nerven verliert, damit das nicht in die falsche Richtung losgeht", hatte er schon am Samstag gemeint.

Der ÖSV-Cheftrainer ist vom Leistungsvermögen seiner Athleten überzeugt: "Wenn wir mit diesem Potenzial zur Tournee fahren, bin ich sicher, dass es funktioniert. Leichter würden wir uns aber tun, wenn es vorher einen Stockerplatz gäbe." Gelegenheit dazu gibt es am kommenden Wochenende in Engelberg. Auf einer Schanze, die den Österreichern jedenfalls viel besser liegt als jene in Harrachov.

Ergebnisse des Harrachov-Springes am Sonntag:
1.Jakub JandaCZE287,1 (138,5/141,0)
2.Janne AhonenFIN281,7 (137,5/139,0)
3.Andreas KüttelSUI268,6 (132,0/137,5)
4.Roar LjökelsöyNOR266,2 (133,5/135,5)
5.Sigurd PettersenNOR264,2 (139,0/130,0)
6.Simon AmmannSUI260,3 (136,0/130,0)
7.Adam MalyszPOL257,6 (135,0/129,5)
8.Georg SpäthGER254,8 (134,0/129,5)
9.Michael UhrmannGER254,2 (131,0/133,0)
10.Takanobu OkabeJPN253,8 (135,0/128,5)
11.Andreas WidhölzlAUT251,1 (121,0/141,0)
12.Thomas MorgensternAUT245,2 (127,5/131,5)
13.Lars BystölNOR245,1 (127,5/132,0)
14.Alexander HerrGER244,0 (123,5/136,5)
15.Jan MaturaCZE239,2 (124,0/132,5)
.Tommy IngebrigtsenNOR239,2 (125,0/131,5)
17.Björn Einar RomörenNOR239,1 (129,0/128,0)
18.Primoz PeterkaSLO236,8 (128,0/128,0)
19.Harri OlliFIN235,1 (126,5/130,5)
20.Wolfgang LoitzlAUT234,6 (129,5/125,0)
21.Rok BenkovicSLO233,6 (130,0/124,5)
22.Robert KranjecSLO230,3 (124,0/129,5)
23.Denis KornilowRUS228,8 (128,0/125,5)
24.Andreas KoflerAUT228,6 (129,0/123,0)
25.Michael NeumayerGER227,5 (122,0/130,5)
26.Joonas IkonenFIN227,2 (125,5/126,0)
27.Risto JussilainenFIN225,0 (124,5/125,5)
28.Sebastian ColloredoITA224,5 (123,0/127,0)
29.Matti HautamäkiFIN221,1 (126,0/123,5)
30.Janne HapponenFIN219,6 (121,5/125,5)

(apa)

11.12.2005 13:18