UNO-Klimakonferenz in Montreal endet mit Erfolg: Kyoto-Protokoll wird fortgeschrieben
- Langfristige Reduktion von Treibhausgas-Emissionen
- Pröll sieht eine 'gute Basis', Glawischnig ist enttäuscht
Die UN-Weltklimakonferenz in Montreal ist am Samstag erfolgreich zu Ende gegangen. Das zwölftägige Treffen in Kanada hat das Kyoto-Protokoll mit Leben erfüllt und zudem dafür gesorgt, dass der Treibhausgas-Ausstoß nach 2012 weiter reduziert werden kann. Auch die Klimarahmenkonvention von Rio de Janeiro 1992 wird weitergeführt. Bei dieser Konvention sind auch die USA dabei, die das Kyoto-Abkommen nicht ratifiziert haben.
Die 157 Kyoto-Mitglieder haben das detailreiche Regelwerk samt Kontrollsystem angenommen. Zudem kann der Kyoto-Prozess nun über das Jahr 2012 hinaus weitergehen, denn die Staaten gaben in Montreal den Startschuss für Verhandlungen zu neuen Treibhausgas-Zielen der Industrieländer. Die Diskussionen über die Einbindung von ärmeren Staaten sollen 2006 beginnen.
Einen großen Erfolg "entgegen allen Erwartungen" sieht Josef Pröll (V) in der Einigung der Teilnehmerstaaten bei der Weltklimakonferenz im kanadischen Montreal, so der Umweltminister zur APA. Der abschließende einstimmige Beschluss auf eine weitere Zusammenarbeit im Klimaschutz nach 2012 sei "eine sehr gute Basis". Die Position der EU, in den Verhandlungen mit den Amerikanern "hart zu bleiben", habe sich gelohnt. Befremdet zeigte sich Pröll über die enttäuschte Reaktion der Grünen Umweltsprecherin Eva Glawischnig. Diese hatte bemängelt, dass eine klare Perspektive fehle, wie es mit dem globalen Klimaschutz ab 2012 weitergehen soll.
Greenpeace Österreich äußerte sich grundsätzlich positiv zu dem Ergebnis von Montreal. Es sei erfreulich, dass es mit dem Kyoto-Prozess "ohne Lücke" weitergehe. "Wir sehen jetzt den Ball beim Minister Pröll, der wegen der im Jänner 2006 beginnenden EU-Präsidentschaft bis 15. März die Verhandlungsziele der Union festgelegt haben muss. Darin sollten die ehrgeizigen Ziele des EU-Umweltministerrats erhalten bleiben", so ein Sprecher.
"Das war eine der produktivsten UN-Klimakonferenzen jemals", sagte der amtierende Chef des UN-Klimasekretariats, Richard Kinley. Er nannte es einen "historischen Schritt", dass das Kyoto-Protokoll mit all seinen Regeln angenommen wurde. "Es gab Schlüsselentscheidungen auf mehreren Feldern", sagte der Präsident der Klimakonferenz, der kanadische Umweltminister Stephane Dion. Auch Vertreter von Umweltverbänden sprachen von einem Erfolg des Treffens.
Insgesamt hat die Konferenz mehr als 40 Entscheidungen angenommen. Für die Klimarahmenkonvention wurde in Montreal ein Prozess mit vielen Workshops darüber vereinbart, wie der weltweite Klimaschutz nach dem Jahr 2012 weitergehen kann. Im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll sind hier die USA dabei. Konkrete Ziele sind bisher nicht abzusehen. Die nächste Klimakonferenz folgt voraussichtlich im Dezember 2006 in Nairobi.
(apa)
