Mittwoch, 7. Dezember 2005

Morde in Bosnien: UN-Tribunal verurteilte geständigen Kriegsverbrecher zu 20 Jahren!

  • Der 38-Jähriger legte ein Schuldbekenntnis ab

Nach einem Schuldeingeständnis hat das UN- Tribunal in Den Haag den ehemaligen kroatisch-bosnischen Polizisten Miroslav Bralo wegen schwerer Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Bralo hatte gestanden, 1993 während des Bürgerkrieges in Bosnien muslimische Zivilisten ermordet, misshandelt und Frauen vergewaltigt zu haben. Der 38-Jährige hatte sich im November vergangenen Jahres selbst dem Gericht gestellt.

Bralo gehörte zu einer Spezialeinheit der bosnischen Kroaten, die gegen die muslimisch beherrschten Regierungstruppen kämpften. Seine Einheit, genannt "die Jokers", überfiel im Frühjahr 1993 muslimische Dörfer in Zentralbosnien. Zahlreiche Zivilisten wurden gefoltert und getötet, ihre Häuser verbrannt. Bralo hatte noch vor Beginn er Hauptverhandlung gestanden, daran beteiligt gewesen zu sein.

Das Gericht wertete dieses Geständnis und Bralos Mitwirkung an der Aufklärung der Fälle als strafmindernd. Ein langer Prozess sei dadurch vermieden, Zeugen vor schmerzlichen Aussagen bewahrt worden. Bralo habe außerdem sowohl in einer schriftlichen Erklärung als auch durch sein Verhalten Reue gezeigt. Angesichts der Grausamkeit seiner Verbrechen, für die es keinerlei Rechtfertigung gebe, wäre die Strafe sonst bedeutend höher ausgefallen, erklärte das Gericht.

(apa)

7.12.2005 10:22