Sonntag, 11. Dezember 2005

"trend": Caritas-Präsident Franz Küberl will mehr Geld als zwei Prozent von der Kirche

  • Fordert eine Anhebung auf fünf Prozent des Budgets

Die Caritas lukriert nur zwei Prozent ihres Gesamtbudgets aus Mitteln der Kirche - zu wenig, findet Caritas-Präsident Franz Küberl. In einem Interview mit der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazin "trend" sagt er: "Ich hätte zugegeben kein Problem, wenn der Beitrag der Kirche sich von zwei auf fünf Prozent bewegen würde".

Die Festschreibung auf zwei Prozent kirchliche Beiträge stamme "aus einer früheren Zeit"; mittlerweile sei die Caritas größer geworden. "Es wäre jedenfalls gescheit", den Beitrag anzuheben, sagt Küberl, "weil die Caritas ein elementarer Teil der Kirche ist. Und ergänzt: "Wenn die Caritas größer wird, wird die Kirche größer. Wir werden in Geldfragen jedenfalls unsere Oberen nicht in Ruhe lassen."

Küberl übt im "trend"-Interview auch Kritik an der österreichischen Schul- und Sozialpolitik. Die Schulen, so Küberl, müssten ihren Beitrag zur Linderung der Armut leisten: "Man darf kein Kind aufgeben. Man muss sich Formen überlegen, dass alle mitkönnen. Ich denke hier auch an die Entsetzlichkeit des Nachhilfe-Systems, das wieder ärmere Menschen benachteiligt. Das neoliberale Moment in der österreichischen Politik kann man am Beispiel des weit verbreiteten Nachhilfeunterrichts am deutlichsten ablesen. Das nimmt man eiskalt hin."
Küberl kritisiert den momentan existierenden "Existenzsicherungs-Fleckerlteppich" und fordert eine Wiederbelebung des sozialen Wohnbaus: "Wir brauchen eine Wiederentdeckung des sozialen Wohnbaus. Mindestens zweihunderttausend Menschen in Österreich leben in prekären Wohnverhältnissen. Das ist ein Armutsauslöser."

Lesen sie die ganze Story im aktuellen "trend"!

11.12.2005 11:46