Samstag, 10. Dezember 2005

Großbrand in einem Kärntner Holzbetrieb: Bis zu zehn Millionen € Schaden befürchtet

  • 20-stündiger Feuer brach offenbar an Maschine aus
  • Bitter: Die gesamte Firmenanlage wurde eingeäschert

Auf acht bis zehn Millionen Euro wird der Schaden geschätzt, den ein Brand in der Nacht auf Samstag in einem Holz verarbeitenden Unternehmen im Kärntner Mölltal angerichtet hat. Das vermutlich an einer in Betrieb befindlichen Maschine ausgebrochene Feuer vernichtete die gesamte Firmenanlage.

Rund 20 Stunden dauerten die Löscharbeiten beim Großbrand in der Holzfirma Noritec im Kärntner Mölltal, der den gesamten Betrieb bis auf die Grundmauern einäscherte und alle Produktionsmaschinen zerstörte. Erst Samstagabend konnten die letzten Glutnester beseitigt werden, der Schaden beträgt bis zu zehn Millionen Euro und ist durch Versicherungen gedeckt. 40 Mitarbeiter stehen vor Weihnachten ohne Job da.

Neun Arbeiter waren Freitagabend in der Leimbinder-Produktion tätig, als aus einer Hobelmaschine Flammen schlugen. Es wurde noch versucht, mit Feuerlöschern und Wasser gegen die Flammen anzukämpfen, doch der Brand war nicht mehr aufzuhalten. Als es zu einer Staubexplosion kam, stand die erst im Sommer um 2,5 Millionen Euro modernisierte Werkshalle in kürzester Zeit Vollbrand. Die Arbeiter konnten sich buchstäblich in letzter Sekunde retten.

Für alle Feuerwehren des Mölltales und die Freiwilligen Feuerwehr Spittal/Drau wurde Großalarm gegeben. Insgesamt waren 250 Mann im Einsatz, die schwierigste Bedingungen vorfanden: In der brennenden Halle wurden Öl, verschiedene Chemikalien und Gasflaschen gelagert. Es herrschte akute Explosionsgefahr. Zeitweise schossen die Flammen bis zu 30 Meter in die Höhe und drohten durch den Funkenflug auf eine benachbarte Siedlung überzugreifen. Der Schnee auf den Dächern verhinderte aber Ärgeres.

Im Laufe der Nacht wurden die Löscharbeiten weiter erschwert. "Durch die Kälte vereisten die Pumpen und fielen aus, sogar ein Tankwagen musste zum Auftauen zurück ins Rüsthaus", erklärte Bezirkskommandant Siegfried Strieder. Man hätte sogar einige Schläuche abschneiden müssen, weil das Wasser darin gefroren war. Die Mölltal Bundesstraße war wegen der Löscharbeiten bis Samstagmittag gesperrt.

Die 40 Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Beschäftigung, die kleine Gemeinde Stall (Bezirk Spittal/Drau) um ihre einzige Großfirma. Bürgermeister Peter Ebner: "Der Brand ist für uns eine Katastrophe." Firmenchef Christoph Kulterer zeigt aber Optimismus: "Jetzt wird aufgeräumt und werden wir schauen, dass es weitergehen kann."

Die Noritec GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Hasslacher Drauland Holzindustrie und produziert Leimholz-Elemente für Holzbau-Konstruktionen. Gefertigt werden nicht nur Balken, sondern auch Dachstühle und Hallenkonstruktionen. Das Holz bezog Noritec von der Mutterfirma Hasslacher, die in Sachsenburg und Arnoldstein jährlich 630.000 Festmeter Rundholz verarbeitet. Rund 70 Prozent der Noritec-Produktion gehen in den Export, zum größten Teil nach Italien.
(apa)

10.12.2005 13:09