Donnerstag, 8. Dezember 2005

NEWS über das Tabu in der Hose: 800.000 Österreicher haben Erektionsprobleme!

  • Jerry Hall: "Männer, lasst euch doch endlich helfen"
  • Durchklicken: Weg zur Erektion erfolgt in 5 Schritten

Schicksal Impotenz: 800.000 Österreicher kämpfen mit Erektionsproblemen. "Männer, lasst euch endlich helfen!", fordert jetzt Mick Jaggers Ex, Topmodel Jerry Hall.

Die Diagnose war für Ekkehard Büchner ein Schock: Prostatakrebs. Und auf die nötige Radikaloperation folgte gleich die nächste niederschmetternde Nachricht: Der Wiener wurde durch den Eingriff impotent, litt an Erektiler Dysfunktion. "Es war furchtbar, denn ich kann seither nur noch nach schmerzhaften Injektionen in den Penis ein erfülltes Sexualleben führen", so der 64-Jährige. Seiner Frau oder Freunden hat sich der ehemalige Tourismusfachmann, der vor acht Jahren die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs gründete, nicht anvertraut, denn: "Impotenz ist nach wie vor ein Tabuthema, über das sich viele Männer am Stammtisch lustig machen." Dabei wäre gerade das offene Ansprechen sexueller Störungen für die Betroffenen wichtig, um die psychische Belastung zu reduzieren.

Bayer wirft Jerry Hall in den Kampf gegen das Tabu
"Ein Gespräch beginnen" lautet deshalb auch der Titel einer Kampagne des deutschen Pharmariesen Bayer, die Partner zu mehr Offenheit auffordert. Den Produzenten der erfolgreichen Potenztablette Levitra gelang es, Jerry Hall, die Exfrau von Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger, für die Kampagne zu verpflichten. "Ich möchte", so das amerikanische Topmodel, "vor allem Frauen dazu auffordern, mit ihren Männern offen über das Problem zu sprechen. Denn es gibt längst hervorragende medizinische Lösungen für dieses Problem!".

Doch bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg. Denn Fakt ist: In Österreichs Schlafzimmern herrscht nicht nur immer öfter "tote Hose", sondern auch eisiges Schweigen über die Gründe dafür. Der Wiener Internist Siegfried Meryn schätzt, dass bis zu 800.000 Österreicher mit Potenzproblemen zu kämpfen haben. Und Meryn weiß Bescheid. Denn als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Sexualmedizin ist er wie kaum ein anderer darüber informiert, was sich hierzulande unter der Gürtellinie abspielt - oder nicht.

Jeder Zweite über 35 hatte schon Erektionsprobleme
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup bestätigt, dass Potenzprobleme keineswegs bloß Senioren betreffen. Ganz im Gegenteil: Schon fast jeder zweite Mann über 35 gibt an, bereits von seiner Manneskraft im Stich gelassen worden zu sein. Richtig hingegen ist, dass sich das Problem mit fortschreitendem Alter zusätzlich verschärft und immer mehr Männer darunter leiden.

Erektionsstörungen sind also längst zur Geißel vieler Partnerschaften geworden. Mediziner verstehen darunter die Schwierigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr befriedigende Erektion zu bekommen und diese auch aufrechtzuerhalten. Der Wille allein zählt hier noch nicht fürs Werk, denn meist handelt es sich bei Impotenz um eine organische Störung. Experten sprechen von Erektiler Dysfunktion, kurz ED, und meinen damit die Störung des komplizierten Zusammenspiels zwischen psychischer Erregung, nervlichen Reizen und Blutversorgung.

Die Ursachen für diese Störungen sind mannigfaltig und reichen von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes bis hin zu Bluthochdruck, Nervenleiden und Störungen des Fett- oder Hormonstoffwechsels. Aber auch die negativen Auswüchse des westlichen Lebensstils gelten als Gründe für zunehmende Potenzprobleme: Der Mangel an sportlicher Aktivität sowie übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss wirken sich ebenso lendenlähmend aus wie Stress am Arbeitsplatz.

Nur fünf Prozent der Männer lassen sich auch behandeln
Doch egal, was konkret Schuld an der mangelnden Manneskraft trägt, längst gäbe es genügend medizinische Möglichkeiten, dieses Problem zu beheben. Dazu bedarf es allerdings zuerst einer urologischen Diagnose - und diesen Weg wählen immer noch viel zu wenige Betroffene. Laut einer Studie, die im Wiener Donauspital durchgeführt wurde, befinden sich gerade einmal fünf Prozent der Männer mit ED in Behandlung - alle anderen leiden im Stillen weiter. "Denn immer noch", erklärt Internist Meryn, "haben Männer enorme Schwierigkeiten damit, offen über das Problem zu sprechen - sowohl mit der Partnerin als auch mit einem Arzt." Doch das Schweigen der Männer, so Meryn weiter, verstärke nur den psychischen Druck, unter dem die Betroffenen stehen.

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

8.12.2005 20:34