Mittwoch, 7. Dezember 2005

Neue Vorwürfe in der Visa-Affäre: Auch Österreichs Botschaft in Moskau verwickelt?

  • Außenamt: "Verleumderischen Behauptungen"
  • FPÖ-Chef Strache wirft Regierung Vertuschung vor

Unter dem Titel "Verleumderische Behauptungen" reagierte das Außenministerium in Wien am Mittwoch auf Berichte über Unregelmäßigkeiten bei der Visa-Vergabe auch an der österreichischen Botschaft in Moskau.

Die genannte russische Informantin sei Inhaberin eines Reisebüros und habe mehrfach versucht, mit diesem auf die Liste der Bona-Fide- Reiseveranstalter der Österreichischen Botschaft aufgenommen zu werden, hieß es. Unter dem Hinweis, dass an solche Reiseveranstalter strenge Anforderungen gestellt würden, "die die oben genannte Informantin nicht erfüllen kann oder will", weist das Außenamt "derartige haltlose Behauptungen auf das Schärfste zurück".

Kunden von Bona-Fide-Reiseveranstaltern (besonders vertrauenswürdig, Anm.), müssen laut Außenministerium zur Beantragung ihrer Visa nicht persönlich in der Botschaft erscheinen, da das Reisebüro die Formalitäten für sie übernimmt. Die erwähnte Inhaberin des Reisebüros sei von den zuständigen Stellen mehrfach ausdrücklich darauf hingewiesen worden, welche Voraussetzungen sie zu erfüllen hätte.

Auch der außenpolitische Sprecher der ÖVP, Spindelegger, wies Vermutungen zurück, die österreichische Botschaft in Moskau könne in die Visa-Affäre verstrickt sein. "Der von FPÖ-Abgeordnetem Bösch vorgebrachte Vorwurf, wonach es an der österreichischen Botschaft in Moskau zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei, ist ein weiterer Beweis dafür, wie willkürlich verschiedenste Fakten zu einem Skandalisierungs-Brei vermischt werden", erklärte Spindelegger.

Bösch hatte den Verdacht am Dienstag im Nationalrat geäußert. Er bezog sich dabei auf Aussagen der mittlerweile in Innsbruck lebenden russischen Reisebürounternehmerin. FPÖ-Chef Strache warf der Bundesregierung Vertuschung vor. (apa/red)

7.12.2005 12:43