Handel mit österreichischen Visa geht weiter: Ermittlungen in Belgrad gefordert
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In der Affäre um Inserate im Belgrader Anzeigenblatt "Halo Oglasi", wo unter anderem Schengen-Visa für Österreich angeboten werden, hat der serbisch-montenegrinische Außenminister Vuk Draskovic das Belgrader Innenministerium zu Untersuchungen gegen die Autoren der Anzeigen aufgefordert.
"Das Außenministerium von Serbien-Montenegro ersucht die zuständigen Behörden, jene zu finden und sie der Gerechtigkeit zuzuführen, die im Magazin 'Halo Oglasi' den Erwerb von Aufenthalts-, Geschäfts- und anderen Schengen-Visa für die Länder der Europäischen Union garantieren", heißt es in einer Aussendung des Belgrader Außenamtes, die der APA übermittelt wurde.
Es gebe "begründete Bedenken, dass eine kriminelle Gruppe hinter den Anzeigen steckt", die Einladungen (die Voraussetzung für die Visa-Erteilung) und andere Dokumente fälsche, inklusive Beschäftigungsnachweise, und ein "saftiges Honorar" dafür verlange, heißt es in der Aussendung weiter. "Diese und ähnliche kriminelle Aktivitäten schädigen das Rechtssystem dieses Landes und unterminieren die Bemühungen des Außenministeriums von Serbien-Montenegro, als Rechtsstaat in der so genannten 'Weißen Schengen-Liste' anerkannt zu werden."
In der Erklärung fordert das Belgrader Außenamt die Herausgeber der Printmedien zudem auf, "nicht länger ähnliche Anzeigen von Schwindlern zu veröffentlichen". An die "Bürger von Serbien und Montenegro" gewandt hieß es, diese sollten solcherlei Angebote von Unterhändlern nicht in Anspruch nehmen, um Visa zu bekommen, "denn sie werden nur getäuscht und ausgeraubt werden".
Das österreichische Außenministerium hatte die serbischen Behörden nach eigenen Angaben in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, gegen die entsprechenden Inserate vorzugehen. Zuletzt habe der österreichische Botschafter in Belgrad am Montag im serbischen Außenministerium auf ein "sofortiges Abstellen der Visa-Inserate" gedrängt, hieß es am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Außenministerin Ursula Plassnik habe die Problematik zudem vergangene Woche bei einem Treffen mit Draskovic und anderen Amtskollegen aus dem Westbalkan angesprochen.
(apa/red)
