"Große Frau": Das Parlament würdigte die Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner
- Öterreicherin erhielt Friedensnobelpreis vor 100 Jahren
Vor hundert Jahren erhielt Bertha von Suttner den Friedensnobelpreis. Bei einem Festakt im Parlament wurde der Friedensaktivistin und Schriftstellerin gedacht. Ihr Buch "Die Waffen nieder!" sei "packend" und bekämpfe nicht nur den Krieg, sondern auch den Antisemitismus, so Nationalratspräsident Khol.
Khol würdigte die geborene Grafin Kinsky dabei "als große Frau", die den Preis in "einer sicher nicht frauenfreundlichen" Zeit bekommen habe. Bertha von Suttner habe auf die Fähigkeit gebaut, durch Aufklärung zur Umkehr von der Kriegsmentalität zu gelangen, betonte die Ehrenpräsidentin des internationalen Versöhnungsbundes, Hildegard Goss-Mayr, in ihrer Festansprache. 100 Jahre später verfüge man nun über internationale Instrumente der Konfliktbearbeitung, um Kriege zu verhindern. Eine große Errungenschaft, so Goss-Mayr. Allerdings mangle es auch heute noch am politischen Willen zur Durchsetzung von Lösungen.
Die Schwerpunkte der heutigen Friedensarbeit in Österreich sollten nach Ansicht von Goss-Mayr vor allem in der Vermittlerrolle Österreichs als neutrales Land liegen sowie in der Unterstützung von Friedensdiensten etwa am Balkan. Als "dringliche Aufgabe" sieht sie auch die Anhebung der Mittel für die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Suttners Leitsatz heute wäre vielleicht die Aufrüstung von Gewaltfreiheit, so Goss-Mayr.
Präsentiert wurde auch das Buch "Gerade weil Sie eine Frau sind..." - Erkundungen über Bertha von Suttner, die unbekannte Friedensnobelpreisträgerin. In sieben Beiträgen will Herausgeberin Laurie Cohen dabei ein "überraschend neues Bild" der Bertha von Suttner entwerfen. (apa)
