Montag, 5. Dezember 2005

Nachwirkungen des Sölden-Unglücks: Außergerichtliche Einigung in Sichtweite

  • Höhe der Zahlungen nach wie vor unbekannt

Drei Monate nach dem Seilbahn-Unglück von Sölden zeichnet sich eine außergerichtliche Einigung zwischen der Hubschrauberfirma Knaus und den Hinterbliebenen der sechs getöteten Jugendlichen aus Baden-Württemberg ab. Der Chef des Salzburger Hubschrauber-Unternehmens, Roy Knaus, bestätigte einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten".

Eine einvernehmliche Lösung im Laufe der kommenden vier Wochen hielt Knaus für realistisch. Über die mögliche Höhe der Zahlungen konnte der Firmenchef vorerst keine Angaben machen. Es werde sich jedenfalls um eine "großzügige Summe" handeln, meinte er.

Zwei Angehörige der Opfer aus Bayern hatten hingegen am Innsbrucker Landesgericht Zivilklagen gegen das Hubschrauber- Unternehmen und die Ötztaler Gletscherbahnen eingereicht. Ihrer Ansicht nach wäre der Unfall vermeidbar gewesen. Der Pilot hätte eine andere Route fliegen können. Die Gletscherbahnen hätten den Betrieb vorübergehend einstellen müssen.

Zu dem Unglück war es am 5. September am Rettenbachferner gekommen. Ein Lastenhubschrauber hatte beim Flug über das Gletscherskigebiet einen 750 Kilogramm schweren Betonkübel verloren. Eine Gondel wurde in die Tiefe gerissen. Aus einer zweiten Gondel wurden durch die Schwingungen des Seils sechs Skifahrer hinausgeschleudert. Neun deutsche Skifahrer - darunter sechs Kinder bzw. Jugendliche - kamen ums Leben. Zuletzt hatte ein Gutachten einen technischen Defekt als Unfallursache angegeben und den Piloten entlastet. Die Erhebungen der Staatsanwaltschaft in Innsbruck liefen vorerst weiter.

(apa)

5.12.2005 20:21