Montag, 5. Dezember 2005

Der Versöhnungsfonds zieht Bilanz: Fast 132.000 Auszahlungen in lezten fünf Jahren

  • 352 Millionen Euro an ehemalige NS-Zwangsarbeiter
  • Der Fonds beendet mit Jahresende seine Arbeit

Das Kuratorium des Österreichischen Versöhnungsfonds hat seine Schlussbilanz vorgelegt. Demnach wurden in den vergangenen fünf Jahren fast 132.000 Auszahlungen in Höhe von rund 352 Mio. Euro an ehemalige Sklaven- und Zwangsarbeiter des NS-Regimes auf dem Gebiet des heutigen Österreich ausbezahlt. Der Versöhnungsfonds beendet mit Ende des Jahres seine Arbeit.

Der mit Beiträgen des Bundes, der Länder und der österreichischen Wirtschaft ausgestattete Fonds, der am 20. Dezember 2000 konstituiert wurde, war mit rund 467 Mio. Euro dotiert. Die Auszahlungen konnten nach Abweisung der letzten beiden vor US-Gerichten anhängigen Sammelklagen am 31. Juli 2001 aufgenommen werden. Die Frist für die Einreichung von Anträgen endete nach vorgehender zweimaliger Verlängerung am 31. Dezember 2003.

Gemäß eines Kuratoriumsbeschlusses hat der Versöhnungsfonds auch mit der Durchführung humanitärer Projekte aus den verbleibenden Restmitteln in den sechs mittel- und osteuropäischen Ländern der Partnerorganisationen begonnen. Auf diese Weise konnten bereits mehr als 100.000 zusätzliche humanitäre Leistungen an bedürftige ehemalige Zwangsarbeiter in Form von Medikamenten, medizinischen Behandlungen oder Zuschüssen zur Abdeckung elementarer Lebensbedürfnisse erbracht werden.

Aus der Schlussbilanz geht hervor, dass insgesamt 29.536 Einzelanträge eingelangt sind. Ausbezahlt wurden dafür 98 Mio. Euro. Über Partnerorganisationen in der Ukraine, in Polen, Russland, Tschechien, Ungarn und Weißrussland wurden insgesamt 101.841 Anträge gestellt und 235,6 Mio. Euro ausbezahlt.

Insgesamt wurde für die ehemaligen Zwangsarbeiter - einschließlich einer Überweisung am Beginn der Tätigkeit des Fonds an die Claims Conference im Ausmaß von 16,4 Mio. Euro - ein Betrag von 352,6 Mio. Euro ausbezahlt. (apa)

5.12.2005 15:43