Dieselboom mit Hindernissen in Österreich:
Der Trend ist steigend, die Skepsis bleibt
- Selbstzünder überwiegen gegenüber von Benzinern
- Hohe Dieselpreise lassen unsere Autofahrer zögern

·Neuwagenverkauf legte um 8 Prozent zu
Diesel-Autos dominieren wieder Neuzulassungen
·Autokosten immer noch auf Überholspur
ARBÖ: Neue Teuerungs-welle durch Licht am Tag
·Spritpreis lässt jeden
3. Österreicher kalt
Umfrage: Nur 18 Prozent steigen auf die Öffis um
Benziner oder Diesel, diese Frage beschäftigt jährlich Tausende Österreicher vor der Anschaffung eines Neuwagens. ÖAMTC-Experte Thomas Stix weiß Rat: "Trotz der gestiegenen Spritpreise ist bei einer jährlichen Fahrstrecke von 15.000 Kilometern der Diesel noch günstiger. Bei manchen Modellen sogar schon bei weniger Fahrleistung." Ist der Käufer unsicher, empfiehlt Stix einen detaillierten Kostenvergleich der Modelle. Neben Anschaffungs-, Service- und Treibstoffkosten müsste dabei aber auch der Wertverlust mit einbezogen werden. Der ist bei Benzinern meist höher.
Heinrich Lietz, Mazda-Händler aus Waidhofen an der Ybbs, nimmt sich jetzt für Verkaufsgespräche besonders viel Zeit. "Bei der Entscheidung Diesel oder Benzin mache ich mit jedem Kunden eine genaue Bedarfsanalyse. Je teurer Diesel wird, desto wichtiger ist die Frage, wie viel Kilometer ein Kunde jährlich fährt." Vor allem Vielfahrern und Käufern großer Fahrzeuge rät Lietz weiterhin dringend zu einem Selbstzünder.
Dieselanteil steigt
Ein Diesel mehr auf Österreichs Straßen - einer unter ziemlich vielen: Seit 1990 hat sich ihre Zahl verfünffacht. Im Frühjahr waren mit 2.072.000 Stück erstmals mehr Diesel als Benziner zugelassen. Diesel boomen europaweit, doch nirgends in einem Ausmaß wie hierzulande. Im Jänner betrug der Dieselanteil bei den Neuzulassungen 74 Prozent.
Ein Kleiner ganz groß
Der Diesel mit dem geringsten Verbrauch ist der kleine Zweisitzer Smart Fortwo CDI, der mit bloß 3,4 Litern auf hundert Kilometern auskommt. Auch in höheren Fahrzeugklassen bleiben die Diesel sparsam: Der BMW 520d mit 5,9 Litern auf hundert Kilometer um 1,6 Liter weniger als der laut Eurotax sparsamste Benziner seiner Klasse, der Subaru Legacy 2,0 GL AWD. Mit der Fahrzeuggröße steigt auch der Dieselanteil bei den Neuzulassungen. So waren fast hundert Prozent der von Jänner bis Oktober verkauften Minivans mit Dieselaggregat bestückt
Nachfrage íst groß
Der beliebteste Diesel-Pkw der Österreicher ist der VW Golf TDI. Doch Diesel ist längst keine Domäne der deutschen Hersteller mehr. Volkswagen hat zwar mit den TDI-Motoren für den Durchbruch der Dieseltechnologie gesorgt, doch Asiaten und US-Hersteller haben längst auf die große Nachfrage reagiert. Und inzwischen sind auch die allerletzten Bastionen gefallen: Selbst im Jaguar schlägt schon ein Dieselherz, genau wie in Coupés von Mercedes oder Peugeot. Fehlt bloß noch, dass irgendwann auch Porsches und Ferraris ein leises Nageln hören lassen.
Nutzung von Biodiesel
Zur Abgasreduktion soll auch der vermehrte Einsatz von Biodiesel beitragen. Gemäß einer EU-Richtlinie werden dem fossilen Diesel seit 1. Oktober dieses Jahres fünf Prozent Rapsöl beigemischt. Um die Mehrkosten der Mineralölwirtschaft auszugleichen, wurde der grüne Diesel bei der Mineralölsteuer um 0,5 Cent entlastet. ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz kritisiert die gefundene Regelung: "So werden die sinkenden Spritpreise auf den internationalen Märkten wegen der Kosten für die Beimischung nicht an die Autofahrer weitergegeben." (Die ganze Story lesen Sie im FORMAT Nr. 48)
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