Dienstag, 29. November 2005

"Okto" - Fernsehen mit Ecken und Kanten: Wiener Community-TV-Sender nun gestartet

  • Programm: Kultur, Minderheiten, Szene & Schräges
  • Amateurfernsehsender mit professionellem Anspruch

Das Wiener Community-Fernsehprojekt Okto ist bereits gestartet und rechnet schon jetzt damit, herkömmliche TV-Gewohnheiten vor den Kopf zu stoßen: "Okto eckt an" lautet der Slogan zum Einstand. Rund 50 Gruppen und Personen stehen zum Sendestart bereit, sagte Programmintendantin Barbara Eppensteiner: "In einer Stadt wie Wien gibt es ganz eindeutig Bedarf für ein solches Projekt."

Ein etwas "anderes" Programm
Mit "Afrika TV", einem Magazin der afrikanischen Community in Wien, ging gestern die erste Sendung on air. Es folgen in Woche Nummer eins unter anderem die Personality-Show "Hello Austrofred", ein "Magazin für Computergeeks" ("New Ordner"), "TV+" von der Aidshilfe Wien, "kit" ("Kunst in Town", ein Format von Studierenden der Akademie der Bildenden Künste), das Theatermagazin "Off", Wissenschaft ("Philosophie im Gespräch"), eine "lesbischwule Soap" namens "Berlin Boheme", "Mazedonia Roma TV", Hiphop, Clubkultur, Film und mehr.

Amateursender mit professionellem Anspruch
Ein so buntes Programmangebot ist im Wiener Telekabel wohl noch nie zu sehen gewesen. Natürlich ohne Werbung, ist Okto doch nicht kommerziell. Von der Stadt Wien gab es auf drei Jahre - bis inklusive 2006 - 980.000 Euro pro Jahr Förderung. Okto will aber keineswegs als Amateursender gelten. "Professionelle Rahmenbedingungen" für die ehrenamtlichen TV-Macher seien ebenso wichtig wie schickes optisches und akustisches Design, betonte Geschäftsführer Christian Jungwirth.

TV-Konsumenten als Fernseh-Macher
Okto wird von einer gemeinnützigen GmbH betrieben, "Herausgeber" ist ein Verein, in dessen Vorstand unter anderem der Publizistik-Professor Thomas A. Bauer, Peter Huemer, "Falter"-Chef Armin Thurnher und Astrid Zimmermann sitzen. Bauer strich die "weit reichenden kulturellen Ziele" des Projekts hervor: Es gehe um "sozialen Mediengebrauch", TV-Konsumenten würden zu Produzenten und umgekehrt, Gruppen und Szenen der "Stadt als sozialem Lebensraum" würden authentisch dargestellt. (apa/red)

29.11.2005 12:39