Dienstag, 29. November 2005

Nur Misserfolge für Phisher in Österreich: Noch keine Geschädigten beim Net-Banking

  • Primitive Attacken konnten die User nicht verwirren
  • Fake-Mails haben Nutzer für das Problem sensibilisiert

Während die EU sogar Maßnahmen zum Schutz von Bankkunden im Falle von "Phishing"-Computerbetrugsattacken anstrebt, hat man hier zu Lande keine Probleme mit dem Phänomen. Laut Bundeskriminalamt (BK) gab es bisher keine Geschädigten; die zwei einzigen Attacken, bei denen mit gefälschten E-Mails die Online-Banking-Passwörter von Kontoinhabern ausgeforscht werden hätten sollen, seien eher "primitiv" gewesen.

Erste Phishing-Welle im September
Eine Welle dieser Mails gab es etwa im September, wobei Betrüger mit Hilfe der gefälschten Mails versuchten, die Daten für Konten der deutschen Postbank auszuspionieren. Auf Grund des geringen Kundenanteils des Geldinstitutes in Österreich war dieser Versuch allerdings wenig Erfolg versprechend.

Fake-Mails vor wenigen Wochen
Vor wenigen Wochen ging eine weitere Lawine an gefälschten Mails los, diesmal vorgeblich von heimischen Banken. Allerdings waren diese so schlecht gemacht - unter anderem haperte es bei der Rechtschreibung - dass Kunden und Banken sofort aufmerksam wurden. Beide Fälle waren für die Kriminellen eher kontraproduktiv: Statt geschickter Täuschung und Erschleichung von Kontodaten wurde die Bevölkerung für das Problem sensibilisiert, erklärte BK-Sprecher Gerald Hesztera.

Gefahr Trojaner
Was nicht heißt, dass die Internet-Kriminellen generell erfolglos sind: In Deutschland schaffte es eine estnische Bande, mit Hilfe eines so genannten Trojaners die Zugangsdaten von Online-Bankern ausfindig zu machen, und tätigte illegale Überweisungen in der Größenordnung von rund 100.000 Euro. (apa/red)

29.11.2005 13:00