Sturmgewehr am Weihnachtstisch

Feuer Frei für Waffennarren. Das Innenministerium erlaubt ab sofort den Verkauf militärischer Sturmgewehre in Zivilversionen für den Privatgebrauch!
Waffenfreaks dürfen jubeln: Ab sofort können Sturmgewehre als so genannte Zivilversionen in Österreich von Privatpersonen gekauft und benutzt werden. Zu verdanken ist das den einflussreichen Waffenlobbyisten von der Interessengemeinschaft für ein Liberales Waffenrecht (IWÖ) und dem österreichischen Innenministerium, das die entsprechenden Genehmigungen erteilt hat.
Altes Gesetz, neu interpretiert. Wer jetzt meint, dass das Waffengesetz geändert worden sei, irrt. Vielmehr hat das Innenministerium einen neuen Amtssachverständigen namens Anton Eder, der für die Wünsche der Waffenfans ein offenes Ohr hat. Das IWÖ würdigt den Absolventen der Ferlacher Waffenschule in der aktuellen Ausgabe seines Vereinsmagazins dementsprechend. Zitat: Erfreulicherweise ist der neue Amtssachverständige des Bundesministeriums für Inneres ein Mann des Fachs, der für diese Wünsche auch Verständnis aufbrachte.
Fakt ist: Die Waffenlobbyisten, die Industrie und das Ministerium haben im Genehmigungsverfahren eng zusammengearbeitet.
Das jüngste Ergebnis, das jetzt um gut 3.000 Euro in Waffengeschäften erworben werden kann, nennt sich SG 550 Zivil Match Kempf Austria und ist nichts anderes als die Zivilversion des (militärischen) Schweizer Sturmgewehrs 90. Doch Österreicher dürfen noch mehr kaufen: zum Beispiel um 1.755 Euro das Steyr AUG-Z, die Zivilversion des Sturmgewehrs des Bundesheers, oder auch das Oberland Arms OA 15 um etwas mehr als 2.000 Euro.
All diese Waffen galten bisher als Kriegsmaterial, dessen Erwerb und Besitz streng verboten waren.
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