Mittwoch, 30. November 2005

Frank Stronach: Nie mehr Big Spender? 280 Millionen für den Fußball - jetzt ist Schluss!

  • Wo sich sein Milliardenkarussell dennoch weiterdreht:
  • Er fördert Sport, Kultur, Wissen und soziale Projekte

Der Austria gab er 230 Millionen Euro – und wurde geschasst. Noch ist der Big Spender Österreich nicht böse – und spendet weiter.

MAGNAT & PFERDENARR: Stronach besitzt rund 1.000 Rennpferde – und 280 Fabriken.

Seinen Einstieg in die heimische Fußballszene zelebrierte Neo-Bundesligapräsident Frank Stronach mit einer pompösen Gala. Sein Abschied fällt deutlich leiser aus. Ein Fax an die Präsidiumsmitglieder, kein letzter Besuch bei der Bundesliga-Jahresversammlung am kommenden Freitag im Technischen Museum in Wien. Frank hat mit dem heimischen Profifußball – und der Wiener Austria im Speziellen – ,endgültig fertig‘.

Dabei hatte er so viel vor mit dem heimischen Fußball. Sein Credo: „Willst du mit den Adlern kreisen oder mit den Hühnern pecken?“ Und die heimische Fußballszene peckte eifrig, allerdings anders, als es sich der „Onkel aus Amerika“ vorgestellt hatte. Seit Anfang der 90er Jahre hat Frank Stronach die unglaubliche Summe von 280 Millionen Euro – umgerechnet 3,8 Milliarden Schilling – in die Kassen der heimischen Profiklubs fließen lassen. Besser wurde es aber nicht, weder bei der Austria noch im Nationalteam. Und mit den Adlern kreisten höchstens die Gegner.

Alles hat im Sommer 1999 mit dem Transfer von Michael Wagner von Rapid zurück zu seinem Stammverein Austria Wien begonnen. Vor laufender Kamera überreichte Stronach dem damaligen Austria-Präsidenten Rudolf Streicher einen überdimensionalen Scheck in der Höhe von 10 Millionen Schilling. Inklusive „Gagenzuschuss“ flossen damals rund 1 Million Euro aus der Magna-Zentrale in die klamme violette Klubkasse. Streicher war es auch, der Stronach ein noch größeres finanzielles Engagement bei der Austria einreden konnte, was im Februar 2000 schließlich in den so genannten Betriebsführungsvertrag mündete.

Danach verpflichtete sich die Magna-Tochter SMI zur kompletten Übernahme des Profispielbetriebs der Veilchen, zur Tilgung der Altschulden, zur Abdeckung des Budgets sowie zur Errichtung und Finanzierung einer Nachwuchsakademie und zur finanziellen Unterstützung der Amateurmannschaft, die damals in der Wiener Stadtliga herumgrundelte.

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30.11.2005 17:39