Samstag, 3. Dezember 2005

Ex-Yukos-Chef in Straflager völlig isoliert: Chodorkowski erhält keine Zeitungen

  • Putin-Gegner näht jetzt aus Langeweile Handschuhe

Der in einem russischen Straflager gefangene frühere Ölunternehmer Michail Chodorkowski hat nach Angaben seiner Anwälte keinen Zugang zu der Presse seines Landes. Außer einer kleinen Lokalzeitschrift erhalte Chodorkowski keine Zeitungen zu lesen und wisse so gut wie nichts über die aktuelle Lage in Russland, sagte sein Anwalt Juri Schmidt am Freitag in Moskau.

In dem Gefängnis in Sibirien gebe es einen Fernseher für 100 Häftlinge, die nur Spielfilme und keine politischen Magazine sehen wollten. Um die Zeit totzuschlagen, nähe Chodorkowski sechs Stunden am Tag Handschuhe. Den Rest der Zeit sei er meistens in der Gefängnisbibliothek.

Der frühere Yukos-Chef Chodorkowski und sein Geschäftspartner Platon Lebedew waren wegen Steuerhinterziehung und Betrugs zu acht Jahren Haft verurteilt worden, die sie nun in einem sibirischen Straflager ableisten müssen.

Westliche Politiker sprechen von einem politischen Prozess, weil Chodorkowski Oppositionsparteien sowie Bürger- und Menschenrechtsgruppen finanziell unterstützt hatte und sich offen gegen Präsident Wladimir Putin stellt. (apa/red)

3.12.2005 13:09