Umfrage unter österreichischen Manager: Mehrheit fordert eine 25-prozentige Flat Tax
- Ablehnung von höheren Steuern auf Vermögen
- Auch höhere Zinserträge werden abgelehnt
Eine Entlastung mittlerer Einkommen habe für Österreichs Steuerzahler oberste Priorität. Aber auch einer Flat Tax, also einem Einheitssteuersatz bei der Einkommensteuer, steht einer neuen Umfrage zufolge eine Mehrheit von zumindest mehr als 60 Prozent der befragten Steuerzahler (Manager und Unternehmer) positiv gegenüber. Bevorzugter Steuersatz: 25 Prozent, dafür Streichung der Ausnahmen.
Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer umfassenden "Steuerumfrage", die von Eurosearch Dialog Marktforschung, der Steuerberatungskanzlei BDO Auxilia und der Tageszeitung "Der Standard" initiiert wurde.
4.863 Personen - vor allem Unternehmer (70 Prozent) und leitende Angestellte (26,7 Prozent) - haben laut "Standard" (Samstagausgabe) an der größten Steuerumfrage teilgenommen, die je in Österreich durchgeführt wurde. Gefragt wurde nach den Wünschen für die nächste Steuerreform. Autor des Fragenkatalogs war BDO-Auxilia-Chef Karl Bruckner.
Präferenzen für Entlastung des Mittelstandes
Eindeutig waren die Präferenzen für eine Entlastung des Mittelstandes, also von Jahreseinkommen zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Rund 90 Prozent der Befragten halten das für sehr wichtig oder wichtig. Bereits deutlich dahinter rangieren die Senkung des Höchststeuersatzes von 50 Prozent und die Anhebung der Einkommensgrenze für den Höchststeuersatz. "Das zeigt, dass der Mittelstand bei den vergangenen Reformen zu kurz gekommen ist", sagt Bruckner im "Standard".
Ebenfalls überraschend deutlich spreche sich eine Mehrheit von mehr als 60 Prozent für eine Flat Tax im Bereich der Einkommensteuer aus, wobei sich 56 Prozent der Befürworter für einen einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent aussprechen. Hier ist laut Bruckner vor allem der Wunsch nach einem einfacheren Steuersystem versteckt.
Körperschaftssteuersatz soll weiter gesenkt werden
Bei den Unternehmenssteuern sprachen sich die Befragten für eine weitere Senkung des Körperschaftssteuersatzes auf 20 Prozent aus. Das Geld dafür sollte durch eine Verbreiterung der Steuerbemessungsgrundlage - also der Streichung von Ausnahmeregelungen - wieder hereinkommen, meinten 55 Prozent der Befürworter einer Steuersenkung.
Als sehr wichtig wurde von den Unternehmen auch noch die Senkung der Lohnnebenkosten erachtet. Mehr als 64 Prozent sind jedoch der Meinung, dass eine Senkung nicht durch die Erhöhung von Grundsteuern, Umwelt- oder Wertschöpfungsabgaben "gegenfinanziert" werden sollte.
Das Geld solle aus Einsparungen in öffentlichen Bereich kommen, meinen die Befragten zu 62,5 Prozent. "Das liegt auch im internationalen Trend, die Steuerquote zu senken. Im öffentlichen Bereich ist sicher noch ein Einsparungsvolumen von fünf bis acht Milliarden vorhanden", meint Bruckner im "Standard".
Völlig abgelehnt wird von den befragten Managern die Wiedereinführung der Vermögenssteuer oder die Erhöhung der Zinsertragssteuer, um die nächste Steuerreform zu finanzieren.
(apa)

