Mittwoch, 30. November 2005

Banken-KV-Runde unterbrochen: Für die Arbeitgeber sind KV-Forderungen überzogen

  • Dollinger: Gewerkschaft orientiert sich an den Großen

Mit "völlig überzogenen Forderungen" ist nach Ansicht der Arbeitgeber die Gewerkschaft in die zweite Runde der Gehaltsverhandlungen für die rund 70.000 Beschäftigten in der österreichischen Kreditwirtschaft gegangen.

Ein Kritikpunkt der Arbeitgeber: Die Gewerkschaft orientiere sich bei ihren Forderungen ausschließlich am Ergebnis der Großbanken "und übersieht dabei völlig, dass diese guten Erträge zu einem großen Teil in Zentral- und Osteuropa erwirtschaftet wurden". Im Inland seien die Margen hingegen so eng, dass nur ein überaus geringer Spielraum besteht", stellte Rupert Dollinger, Chefverhandler für die Kreditwirtschaft, fest.

Dies habe die heutige Aussendung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) bestätigt, wonach die Nettozinserträge der Institute im Vergleich zum Vorjahresergebnis stagnierten, der so genannte "Total Spread" (Vergleich der verzinsten Aktiva zu verzinsten Passiva) in den ersten 3. Quartalen sogar um 0,10 Prozentpunkte zurückgegangen sei, wie die Arbeitgeberseite argumentiert.

Die Situation der großen Mehrheit der heimischen Institute, die vorwiegend vom Inlandsgeschäft lebten, rechtfertige "keine massive Erhöhung der Gehälter", wie sie die Gewerkschaft verlange, so Dollinger in einer Aussendung. Mit ihren "überzogenen Forderungen" nehme die Arbeitnehmerseite bewusst eine "überproportionale Steigerung beim Personalaufwand und damit eine Schwächung der Ertragskraft der Institute in Kauf", warnt Dollinger. (apa)

30.11.2005 17:40