OECD für Weltwirtschaft optimistisch: 2006 soll der Konjunktur-Aufschwung weitergehen
- Österreich heuer schwach, nächstes Jahr besser
- Kein spürbarer Rückgang der Arbeitslosigkeit in Sicht
·Handel mit 1. Advent- samstag zufrieden
Vor allem in Wien, Ober- österreich besser als '04
·Unilever könnte Iglo komplett verkaufen!
Blackstone an Tiefkühl-Sparte interessiert
·LKW-Verkehr kostet uns jährlich 1,3 Mrd.
VCÖ für flächendeckende
LKW-Maut in Österreich
Der Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 2006 weiter beschleunigen. Trotz des hohen Ölpreises sei auch die Inflation in den Industrieländern unter Kontrolle, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten halbjährlichen OECD-Bericht. Der Europäischen Zentralbank (EZB) empfahl die in Paris ansässige Organisation, mit einer Zinserhöhung noch bis zum Herbst 2006 zu warten, um den Aufschwung nicht zu bremsen.
Für seine 30 Mitgliedsländer prognostiziert die OECD 2006 und 2007 ein Wachstum von jeweils 2,9 Prozent nach erwarteten 2,7 Prozent in diesem Jahr. An der Spitze des Aufschwungs stehen der OECD zufolge einmal mehr die USA. Für die weltgrößte Volkswirtschaft erwartet die Organisation 2006 ein Wachstum von 3,5 Prozent nach 3,6 Prozent in diesem Jahr. Für die Euro-Zone prognostizieren die Volkswirte 2006 eine Beschleunigung auf 2,1 Prozent von 1,4 Prozent 2005.
Für Österreich wird heuer ein Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 1,8 Prozent nach noch 2,4 Prozent im Vorjahr erwartet. 2006 werde das BIP in Österreich dann wieder um 2,1 Prozent und 2007 um 2,3 Prozent wachsen, heißt es im Economic Outlook. Die Arbeitslosigkeit werde 2005 und 2006 auf 5,8 Prozent steigen (2004: 5,7), erst für 2007 wird dann ein leichter Rückgang der Arbeitslosenrate auf wieder 5,7 Prozent erwartet.
Die Reaktionen auf die OECD-Prognose fielen unterschiedlich aus: Während SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter ein wirtschafts- und budgetpolitisches Versagen der Bundesregierung ortet und vor einer Rekordarbeitslosigkeit von 400.000 Menschen warnt, sieht ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka die positiven Effekte der Steuerreform gewürdigt. Knapp vier Mrd. Euro habe die Bundesregierung in den Jahren 2004 und 2005 in die Belebung der heimischen Wirtschaft investiert, so der Industrie- und Finanzsprecher im Freiheitlichen Parlamentsklub, Thomas Prinzhorn.
"Alles in allem war das weltweite Wachstum außergewöhnlich kräftig, was die Preise am Ölmarkt und anderen Rohstoffmärkten angetrieben hat", heißt es im OECD-Bericht. Die Ölpreise und die weltweiten Ungleichgewichte wie etwa das enorme US-Leistungsbilanzdefizit stellten zwar weiter ein Risiko für die Weltwirtschaft dar. Allerdings habe die Verdopplung der Energiekosten seit 2003 die Konjunktur weniger stark belastet als befürchtet, resümierte die OECD. Ausgehend von der US-Wirtschaft und Asien sowie den höheren Einnahmen der Öl-Exporteure sei es daher gut möglich, dass die Weltwirtschaft vor einer Phase eines anhaltenden Aufschwungs stehe.
Ein weiterer Anstieg der Ölpreise könnte den günstigen Ausblick allerdings gefährden, warnte die OECD. Die Organisation erwartet derzeit aber einen Rückgang auf 51 Dollar (43,2 Euro) pro Fass (rund 159 Liter) bis Ende 2007 von rund 58 Dollar im vierten Quartal 2005. Der Anstieg der Ölpreise hat nach OECD-Schätzungen den überwiegend Öl-importierenden OECD-Mitgliedsländern rund 350 Mrd. Dollar gekostet. Ein Großteil dieser Summe habe bei den Öl-Produzenten im Nahen Osten aber die Nachfrage angekurbelt, was wiederum die Weltwirtschaft gestützt habe.
Mit Blick auf die Zinspolitik in der Euro-Zone sprach sich OECD-Chefvolkswirt Jean-Philippe Cotis für ein weiteres Abwarten der EZB aus. Die EZB solle daher erst nächsten September oder Oktober damit beginnen, die Zinsen schrittweise anzuheben. Denn bis dahin habe sich der Aufschwung in der Euro-Zone verfestigt. Zudem gebe es derzeit keine Inflationsgefahren. Insgesamt sprach er sich für Erhöhungen um 1,25 Prozentpunkte aus. An den Märkten wird für Donnerstag fest mit einer Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte auf dann 2,25 Prozent gerechnet.
Für die Fed sagte die OECD weitere kleine Zinsschritte bis auf ein Plateau von 4,75 Prozent im Frühjahr voraus. Derzeit liegt der US-Leitzins bei 4,00 Prozent.
(apa/red)

