Samstag, 3. Dezember 2005

Schwierige Suche nach Bundesliga-Chef: Mehrere Lösungen stehen derzeit im Raum

  • Einer der Klub-Bosse könnte das Amt übernehmen
  • Auch externe Lösung & Rotation der Position möglich

Am Freitag Abend ist die Ära von Frank Stronach als Präsident der österreichischen Fußball-Bundesliga nach fast sieben Jahren zu Ende gegangen. Mit einem Witz auf der Bühne verabschiedete sich der nunmehrige Ehrenpräsident bei der Jahres-Abschlussfeier von der Liga, die bis Februar einen neuen Präsidenten suchen wird. In erster Linie werden sich die Klub-Chefs einigen müssen, ob einer aus ihren Reihen das Amt übernimmt oder eine Persönlichkeit von außerhalb gewählt werden soll. Diskutiert wird auch die Möglichkeit einer Rotation der Klub-Chefs.

Einer, dem Ambitionen zugeschrieben worden sind, hat sich bei der Präsidenten-Konferenz und der Hauptversammlung im Technischen Museum selbst aus dem Rennen genommen. "Wir hatten die beste Galionsfigur, die man haben konnte. Es war klar, dass ich mit diesem Mann gehen werde. Wahlkämpfe habe ich anderen überlassen", erklärte Mattersburg-Obmann Martin Pucher, der als geschäftsführender Vize-Präsident den Übergang vollziehen wird, danach aber für keine Funktion mehr zur Verfügung steht.

Der Aufsichtsrat wird vor Weihnachten ein Wahl-Komitee einberufen, das mit der Suche nach einem Stronach-Nachfolger beauftragt wird. Der soll nach einer weiteren Präsidenten-Konferenz im Jänner noch vor dem Liga-Start am 18. Februar fest stehen. Pucher rät seinen Kollegen, einen aus ihrem Kreis zu wählen.

Wahrscheinlichste Lösung: Ein Klubpräsident übernimmt Amt
So wie das in Deutschland der Fall ist, weil es Sinn ergeben würde, dass es jemand macht, der "in dieser Liga drin steckt" und weil Quereinstieger vom Format eines Stronach dünn gesät seien. Ähnlich sieht es die Austria, die "absolut für eine interne Lösung" ist, wie Manager Markus Kraetschmer betonte. Das Lager der Befürworter einer Persönlichkeit von außerhalb ist aber etwa genau so groß.

Kraetschmer hofft auch, dass Kontinuität herrscht und Projekte, die unter Stronach eingeführt worden sind (Akademien, Österreicher-Topf, TV-Verträge, Bestimmungen für Red Zac Liga), nicht in Frage gestellt werden. "Schade, dass Pucher den Gremien nicht mehr zur Verfügung steht. Er wäre ein Garant, dass der Kurs fortgesetzt wird. Da sehe ich eine Gefahr. Wir haben viel erreicht, was für die Zukunft wichtig ist. Es gibt Themen, wo du über den Tellerrand blicken musst", erklärte der Austria-Manager.

Ganz nach dem Motto von Frank Stronach, das er der Liga mit auf den Weg in eine Zukunft ohne ihn gab. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Immer wenn Entscheidungen gemacht werden, kann man kritisiert werden. Mein Ratschlag: In Gutem miteinander reden", so Stronach, der den Kontakt nicht abreißen lassen will und mit einigen Vorhaben (Akademie, Austria Amateure, Stadion-Projekt) dem österreichischen Fußball erhalten bleiben wird.
(apa/red)

3.12.2005 15:19