Freitag, 2. Dezember 2005

Austria beschloss Richtlinien für Zukunft: Regeln für Sponsorensuche und Planung

  • Präsident Langer trifft diese Woche Stronach
  • PLUS: Wien baut in Rothneusiedl neues Stadion

"Ohne Groll und Zorn", so sagte er, verlässt Frank Stronach die österreichische Fußball-Bundesliga und im Juni 2007 auch Austria Magna. Das Amt als Bundesliga-Präsident hätte er aus Zeitmangel ohnehin zurückgelegt, für seine Kritiker bei der Austria gab es am Freitag Abend bei der Hauptversammlung der Bundesliga in Wien aber verbale Seitenhiebe. Für die Austria hat mittlerweile die Planung für die Zeit nach dem Betriebsführungsvertrag mit Magna begonnen, beim Projekt Stadion-Neubau könnte Stronach aber wieder eine entscheidende Rolle einnehmen.

Stronach hatte vor knapp zwei Wochen erklärt, den Betriebsführungsvertrag mit der Austria zu kündigen, nachdem die Kritik darüber immer stärker geworden ist. "Ich habe den Verein mit vielen Schulden übernommen. Wir haben ein bisschen Erfolg gehabt, es hätte auch ein bisschen mehr sein können. Ich habe immer gesagt, wenn die Besserwisser das besser machen können und wollen, werde ich den Verein zurück geben", erklärte Stronach mit Bezug auf seine Gegner.

"Immer wenn es Veränderungen gibt, gibt es auch Kritik. Ich habe versucht, sachlich darüber hinweg zu sehen. Aber die Kritik war sehr groß", gestand der Austro-Kanadier am Freitag und konterte mit einem Sprichwort: "Je höher der Affe den Baum raufklettert, desto besser sieht man seinen A...."

Stadionbau besonderes Anliegen
Allerdings bestätigte Stronach, dass er neben seinem Engagement für die Nachwuchs-Akademie in Hollabrunn und die Austria Amateure unverändert am Bau eines Stadions in Rothneusiedl Interesse hat. Voraussetzung ist, dass dies mit einem Einkaufszentrum verbunden wird, damit das Projekt ökonomisch Sinn macht. Am Tag davor hatte schon der Wiener Bürgermeister und Austria-Kuratoriumsmitglied Michael Häupl erklärt, dass man "eine Einigung erzielt" habe.

"Es freut mich, wenn das zwei so gewichtige Leute sagen. Unter Rahmenbedingungen, die ökonomisch Sinn machen, ist das eine Chance. Wir wären gut beraten, diesen Pass aufzunehmen und zu verwerten. Die Marke Austria könnte durch das Stadion besser vermarktet werden", erklärte Austria-Manager Markus Kraetschmer.

Eine Woche ist Stronach noch im Land, in der Austria-Präsident Peter Langer mit ihm betreffend Akademie und Amateure Kontakt aufnehmen wird. Im Jänner will man dann weiter diskutieren.

Vereinsinterne Änderungen angekündigt
Unabhängig davon will die Austria, die am Freitag eine Präsidiumssitzung abgehalten hat, interne Probleme regeln. "Wir haben Schlüsse gezogen, dass sich vereinsintern was ändern muss. Unglückliche Auftritte wie zuletzt sind unbedingt zu vermeiden", sagte Kraetschmer. Mit dem von Helmut Denk groß angekündigten Misstrauensantrag gegen führende Funktionäre, der dann nicht stattgefunden hat, und der im besten Fall missglückten Suche von Denk und Pierre Lopper nach Sponsoren hatte der Klub zuletzt keine geglückten Auftritte nach außen.

Künftig soll sich das ändern. Kraetschmer wird nun eine Vorprüfung vornehmen und sie erst dann den Gremien vorlegen. Und wer nicht am selben Strang zieht, dem wird wohl ein schärferer Wind entgegen wehen. "Vereinsintern muss man sich sehr genau anschauen, wem geht es um die Austria und wem um persönliche Dinge", sagte der Austria-Manager. Alle, die da nicht mitziehen wollen, "müssen sich überlegen, ob sie bei diesem Kurs dabei sein wollen. Wir werden uns auch über Personen unterhalten."
(apa/red)

2.12.2005 17:49