Dritter Platz in Beaver Creek: Grugger nach Abfahrt knapp an Disqualifikation vorbei
- Rennanzug bestand Test erst im zweiten Anlauf
- Applaus für FIS-Jury und Beaver-OK von Toni Giger
·US-Doppelsieg bei Beaver Creek-Abfahrt
Rahlves vor Miller. Bester
Ö-Läufer Grugger als 3.
·Sensation: Reichelt holt Sieg im Super G!
Beaver Creek: Irreguläre
Bedingungen für Stars
·Voller US-Erfolg bei RTL in Beaver-Creek
Miller vor Rahlves, Platz 4 an Schlopy. Maier wird 8.
·IHRE MEINUNG: Ski-
Weltcup ist vorbei!
Was sagen Sie zum Abschneiden des ÖSV?
·Weltcup-Resultate der Saison 2008/2009
KLICKEN: Alle Termine und Rennen des Winters
·Weltcup-Wertungen
der Saison 2005/2006
Alle Ski-Disziplinen: Die Endstände und Sieger
·Ski-Diskussion: Ihre
Meinung ist gefragt!
MITREDEN: Was sagen Sie zum Ski-Weltcup?
Auch im Autosprint über die zwei fast 4.000 Meter hohen Pässe zwischen Beaver Creek und dem Flughafen in Denver erwies sich Johann Grugger am Freitag in Colorado erfolgreich. Da hatte der Salzburger auch schon die Schrecksekunde verdaut und freute sich auch über den starken siebenten Platz seiner Freundin Ingrid Rumpfhuber bei deren Comeback in Lake Louise. Er selbst war nach Platz drei in der Abfahrt hauchdünn an einer Disqualifikation vorbei geschrammt. Gruggers Rennanzug hatte den Luftdurchlässigkeitstest erst im zweiten Anlauf bestanden.
Die Rennanzüge im Alpinskilauf müssen an allen Stellen eine Luftdurchlässigkeit von zumindest 30 Litern haben, jener von Grugger hatte bei der ersten Messung aber Werte von nur 28 bzw. 29 Liter. Erst nachdem das Messgerät von Zielraum-Manager Mike Curtis erneut kalibriert worden war, passte der Wert mit 33 bzw. 34 Liter. "Ich warne die Läufer immer wieder. Es war ziemlich knapp vor der Disqualifikation", sagte FIS-Renndirektor Günther Hujara. "Es ist ein Hasardspiel."
Das selbe wäre freilich auch Abfahrts-Sieger Daron Rahlves und dem zweitplatzierten Bode Miller passiert. Auch die beiden US-Stars, die zum bereits vierten Mal praktisch gleichauf ins Ziel gekommen waren (WM, zwei Mal Beaver, beim Weltcupfinale im Super G ex aequo) und in den Dressen des gleichen Herstellers wie das ÖSV-Team (Spyder) stecken, hatten zunächst den Anforderungen nicht entsprochen.
Im Super G hatte es dasselbe Problem beim zweitplatzierten Kanadier Erik Guay gegeben. Sein österreichischer Trainer Burkhard Schaffer hatte deshalb vor der Abfahrt alle Anzüge nochmals nachmessen lassen. "Das Risiko war mir einfach zu groß", meinte Schaffer.
"Ich kann einfach nicht oft genug davor warnen, mit den Anzügen so ans Limit zu gehen", sagte Hujara. Viele Fahrer dehnen speziell neue Rennanzüge vor der Plombierung stundenlang, um den Test zu bestehen. "Wenn sie sich dann wieder zusammen ziehen, gibt's Probleme", erklärte Hujara. Nach den Rennen werden aber stets nur die ersten Drei kontrolliert. Gibt es Probleme, wird aber ein zweiter Test nach einer Kalibrierung des Testgeräts vorgenommen, weil Luftfeuchtigkeit oder die Höhenlage die Werte verändern können. "Das ist das übliche Prozedere", so Hujara.
Die nach dem Super G noch so hart kritisierte Jury rund um Hujara erntete für ihre Vorgangsweise in der Abfahrt ausnahmslos Applaus. In der Abfahrt hatte man immer wieder unterbrochen, um wegen des Nebels sichere Momente abzuwarten. Einige Läufer wie Klaus Kröll waren trotz Start-Stopp (das war im Super G auch Michael Walchhofer passiert) abgelassen worden. "Hier geht es aber um Sekundenentscheidungen, wir werden daran arbeiten", versprach Hujara.
"Die Jury hat diesmal die schwierige Situation souverän gelöst und das volle Vertrauen der Teams", lobte auch ÖSV-Herrenchef Toni Giger. Der Applaus ging auch an das OK von Beaver Creek und die einmal mehr hervorragende Arbeit auf der Piste. Giger: "Ohne diese perfekte Piste hätte man bei diesem Wetter nicht fahren können."
(apa/red)
