Wieder kein Sieg für Österreich: Giorgio Rocca gewinnt vor Tissot, Raich ausgefallen
- Matt als bester Österreicher als 4. am Podest vorbei
- Slalom: Raich fällt nach Führung im 1. Durchgang aus
·US-Doppelsieg bei Beaver Creek-Abfahrt
Rahlves vor Miller. Bester
Ö-Läufer Grugger als 3.
·Voller US-Erfolg bei RTL in Beaver-Creek
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Beaver Creek: Irreguläre
Bedingungen für Stars
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Auch im abschließenden Slalom der Mini-WM in Beaver Creek haben Österreichs Herren keinen Podestplatz geschafft. Halbzeit-Leader Benjamin Raich wurde im Finale mit Zwischenbestzeit vom Schneesturm "verblasen", so führte der Italiener Giorgio Rocca, im Vorjahr hier noch Zweiter hinter Raich, ein Sensations-Podium vor den beiden Außenseitern Stephane Tissot (FRA) und Ted Ligety (USA) an. Mario Matt musste sich Platz vier mit gleich zwei anderen Läufern teilen.
Das Ergebnis sagte fast alles über diesen Extrem-Slalom, der wie alle Rennen zuvor in Beaver an der Grenze der Regularität ausgetragen wurde. Hatte es im ersten Durchgang eine wahre Ausfallorgie und schweren Stürze u.a der beiden Österreicher Rainer Schönfelder und Manfred Pranger gegeben, sorgte im zweiten Durchgang Schneefall und Wind für schwierigste Bedingungen.
Damit schlug aber auch die Stunde der Außenseiter, siehe Tissot (Startnummer 35), Ligety (27) oder der wie Matt viertplatzierte Europacupsieger Kjetil Jansrud (33) aus Norwegen. Österreich, das vier Läufer in den Top-6 der Weltrangliste hat, brachte keinen Läufer aufs Podium. Am Ende kamen von den besten sieben Slalomläufern in der Weltrangliste überhaupt nur zwei (Rocca und Matt) in die Wertung.
Halbzeitführung für Raich
Raich hatte nach dem ersten Lauf 0,16 Sekunden vor Rocca und 0,32 vor Matt aber schon mit über einer Sekunde vor dem Rest des Feldes geführt. Je mehr sich der zweite Lauf dem Ende zuneigte, desto extremer wurden aber die Bedingungen. Matt brachte selbst 1,92 Sekunden bei der letzten Zwischenzeit nicht ins Ziel, Raich lag 0,37 vor Rocca, als er im Schneesturm die Orientierung verlor und kurz vor dem Ziel ausschied. Als Einziger war Reinfried Herbst happy. Der Salzburger hatte sich als Mittrainierer im Herbst für das ÖSV-Team wieder qualifiziert und durfte mit Platz zwölf mehr als zufrieden sein.
Matt konnte nicht glauben, bei der Zwischenzeit so weit vorne gewesen zu sein. "Ich hatte einfach zu viele Fehler. Ich bin im Zweiten mit einem anderen Ski gefahren. Aber angesichts der vielen Fehler ist Platz vier in Ordnung, ich gehöre nach wie vor zu den Schnellsten."
Benni wird vom Wind verblasen
"Ich bin in diese Bö gekommen und habe plötzlich nichts mehr gesehen, deshalb habe ich eingefädelt", erzählte der sichtlich enttäuschte Vorjahressieger Raich. "Schade, denn bis dahin war die Fahrt wirklich okay, meinte der Pitztaler, der im Vorjahr hier mit 189 Punkten noch der erfolgreichste Punktehamsterer gewesen war, in dieser Saison aber schon drei Ausfälle in sieben Rennen auf dem Konto hat.
Erfolgreichster Punktehamsterer in Beaver war heuer Daron Rahlves. Der US-Routinier schaffte mit nur drei Starts 225 Zähler. Als Weltcup-Leader kommt aber Aksel Lund Svindal nach Europa. Der junge Norweger wurde auch im Slalom erstaunlicher Neunter und führt nun wieder zehn Punkte vor Rahlves.
Getrübte Stimmung im ÖSV-Team
Im ÖSV-Lager war die Stimmung angesichts des verlorenen Sieges und nur drei von elf Österreichern in der Ergebnisliste natürlich getrübt. ÖSV-Herrenchef Toni Giger, der schon die die drei Rennen davor als "grenzwertig" bezeichnet hatte, war jedenfalls erstmals wirklich fuchsteufelswild.
Zudem drückten die schweren Stürze auf die Stimmung. Schönfelder kam wenigstens mit Abschürfungen im Gesicht und einem Brummschädel davon, bei Pranger bestätigte sich der Verdacht auf Damenbruch glücklicherweise nicht. In der Steadman-Hawkins-Klinik von Vail wurde lediglich ein ausgerenkter Daumen eingerichtet. "Der Ärger über das Ausscheiden ist größer als der Schmerz", sagte der Tiroler.
Die Kosten für diese Behandlung in der weltberühmten Klinik konnte man sich ausrechnen. Fischer-Pressemann Christian Huber hatte am gleichen Tag in einem benachbarten Krankenhaus für vier Nähte 917 Dollar (784 Euro) bezahlt! Huber war am Kopf von einem Eiszapfen getroffen worden.
| Ergebnis: | ||||||
| 1. | Giorgio Rocca | ITA | 1:51,72 Min. | . | 54,97 | 56,75 |
| 2. | Stephane Tissot | FRA | 1:52,58 | +0,86 | 57,05 | 55,53 |
| 3. | Ted Ligety | USA | 1:52,60 | +0,88 | 56,50 | 56,10 |
| 4. | Akira Sasaki | JPN | 1:53,05 | +1,33 | 56,21 | 56,84 |
| . | Kjetil Jansrud | NOR | 1:53,05 | +1,33 | 56,64 | 56,41 |
| . | Mario Matt | AUT | 1:53,05 | +1,33 | 55,13 | 57,92 |
| 7. | Ivica Kostelic | CRO | 1:53,28 | +1,56 | 56,16 | 57,12 |
| 8. | Lars Myhre | NOR | 1:53,31 | +1,59 | 56,71 | 56,60 |
| 9. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:53,72 | +2,00 | 56,46 | 57,26 |
| 10. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:53,74 | +2,02 | 56,81 | 56,93 |
| 11. | Felix Neureuther | GER | 1:53,78 | +2,06 | 57,80 | 55,98 |
| 12. | Reinfried Herbst | AUT | 1:53,80 | +2,08 | 56,68 | 57,12 |
| 13. | Kentaro Minagawa | JPN | 1:53,97 | +2,25 | 56,37 | 57,60 |
| 14. | Patrick Biggs | CAN | 1:54,04 | +2,32 | 57,18 | 56,86 |
| 15. | Patrick Thaler | ITA | 1:54,23 | +2,51 | 57,19 | 57,04 |
| 16. | Tom Rothrock | USA | 1:54,42 | +2,70 | 57,79 | 56,63 |
| 17. | Martin Hansson | SWE | 1:54,73 | +3,01 | 57,18 | 57,55 |
| 18. | Bernard Vajdic | SLO | 1:54,77 | +3,05 | 56,55 | 58,22 |
| 19. | Pierrick Bourgeat | FRA | 1:54,81 | +3,09 | 56,57 | 58,24 |
| 20. | Ales Gorza | SLO | 1:55,13 | +3,41 | 57,78 | 57,35 |
| 21. | Giancarlo Bergamelli | ITA | 1:55,84 | +4,12 | 57,82 | 58,02 |
| 22. | Marc Gini | SUI | 1:56,61 | +4,89 | 57,90 | 58,71 |
| 23. | Hans-Petter Buraas | NOR | 2:00,15 | +8,43 | 57,67 | 1:02,48 |
Ausgeschieden:
Im 2. Lauf:
Benjamin Raich, Kurt Engl (beide AUT), Chip Knight (USA), Kalle Palander (FIN), Daniel Albrecht (SUI), Edoardo Zardini (ITA), Johan Brolenius (SWE), Michael Janyk (CAN)
Im 1. Lauf, u.a.:
Rainer Schönfelder, Manfred Pranger, Martin Marinac, Alexander Koll, Andreas Omminger (alle AUT), Alois Vogl (GER), Jean-Pierre Vidal (FRA), Andre Myhrer (SWE), Jure Kosir (SLO), Manfred Mölgg (ITA), Markus Larsson (SWE), Thomas Grandi (CAN)
Nicht am Start:
Michael Walchhofer (AUT/bereits abgereist), Erik Schlopy (USA/verletzt)
U.a. nicht für den zweiten Lauf qualifiziert:
Patrick Bechter (AUT/39., richtig), Bode Miller (USA/43.)
(apa/red)
