Sonntag, 4. Dezember 2005

Stecher und Gottwald hatten es eilig: ÖSV-
Duo bei Kombinations-Sprint am Podest

  • Finne Manninen in Val di Fiemme wieder Sieger

Österreichs Nordische Kombinierer haben ihre Podestplatzserie im Weltcup fortgesetzt. Nach dem Sprint-Sieg des Salzburgers Felix Gottwald in Ruhpolding sowie den Plätzen zwei (Schonach) und drei (Massenstart-Bewerb Predazzo) von Christoph Bieler schafften im Sprint-Bewerb in Predazzo gleich zwei ÖSV-Asse den Sprung auf Podest: Mario Stecher erreichte nach einem Sprung und der 7,5-km-Langlauf-Strecke unmittelbar vor Felix Gottwald Platz zwei.

Lediglich auf Weltcup-Spitzenreiter Hannu Manninen, der schon am Vortag den Massenstart-Bewerb gewonnen hatte, fehlten rund zwei bzw. drei Sekunden. Bieler, der nach dem Springen geführt hatte, wurde mit 22,4 Sekunden Rückstand diesmal Siebenter. "Das war wieder sehr positiv. Unsere beständige Arbeit trägt ganz gute Früchte, wobei alle unsere Athleten noch Reserven für Olympia haben. Es gibt noch einiges zu tun", betonte ÖSV-Cheftrainer Günther Chromecek.

"Nach Platz sieben im Massenstart-Bewerb war ich schon ziemlich enttäuscht, da ich der Meinung war, dass ich auch hätte gewinnen können. Deshalb ist dieser zweite Platz eine besondere Genugtuung", lautete der Kommentar von Stecher. "Felix und ich haben zwar versucht, Hannu irgendwie zu bändigen, er durchschaute das aber und ließ uns schlicht keine Chance." Und Gottwald meinte zur aktuellen Überlegenheit des Finnen: "Hannu hat zurzeit einfach den Tick mehr Kraft. Deshalb konnte ich im letzten Stieg nicht mehr mit ihm mithalten."

Das ÖSV-Quartett Stecher, Gottwald, Bieler und Michael Gruber, der im WM-Ort 2003 Platz 17 belegte, lässt nun die nächste Weltcup-Station in Harrachov aus und bereitet sich ab Mittwoch mit einem Höhentrainingslager in St. Moritz gezielt auf den Heim-Weltcup in Seefeld (28./29. Jänner) und den Saisonhöhepunkt in vier Wochen vor. Die vier Genannten haben ihr Olympia-Ticket sicher, die anderen beiden Athleten, die das sechsköpfige Team für die Winterspiele komplettieren, werden aus dem Trio David Kreiner, Wilhelm Denifl und Bernhard Gruber rekrutiert.

"Wir schauen jetzt einmal, wie die drei in Harrachov und Seefeld abschneiden, danach nominieren wir dann das Olympia-Team, das am 6. Februar von Wien aus mit der ÖOC-Chartermaschine nach Turin fliegen wird", erklärte Chromecek.

Manninen hält nach dem Doppelerfolg in Italien bereits bei sieben Saisonsiegen und liegt in der Gesamtwertung bereits 363 Punkte vor seinem ersten Verfolger, Ronny Ackermann. Und da der Doppelweltmeister aus Deutschland wegen seiner aktuellen Formkrise Harrachov auslässt und vor allem im Springen zusätzliche Trainingseinheiten einschiebt, braucht es schon ein Wunder um die erfolgreiche Weltcup-Titelverteidigung des Finnen noch zu verhindern. (apa)

4.12.2005 13:18