Olympia 2014: Wieder Diskussionen um
die Kontrolle der Salzburger Bewerbung
- Aufsichtsrat: Kontrolle durch interne Arbeitsgruppe
- Empörte Bürgerliste spricht nun von einer Farce
Die heftigen Diskussionen über leichtfertigen Umgang mit Geld bei der vergangenen Bewerbung Salzburgs um die Olympischen Winterspiele sind noch in Erinnerung, schon tauchen ähnliche Befürchtungen für die Spiele 2014 auf: Der Aufsichtsrat beschloss nämlich am Montag, dass nicht das Kontrollamt oder externe Prüfer eine begleitende Kontrolle durchführen, sondern eine interne Arbeitsgruppe. Damit werde es wieder keine Transparenz geben, kritisierte die Bürgerliste.
In seiner konstituierenden Sitzung beschloss der Aufsichtsrat der Bewerbungsgesellschaft eine ständige Arbeitsgruppe, der auch je ein Mitglied des städtischen Kontrollamtes und der Finanzabteilung des Landes angehören werden. "Diese Beamte werden dann dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht erstatten", sagte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. Außerdem soll ein Wirtschaftsprüfer für die begleitende Kontrolle engagiert werden.
Bürgerliste-Klubobmann Helmut Hüttinger sprach am Dienstag in einer Aussendung von einer "Farce". Der Wirtschaftsprüfer sei ohnedies zwingend vorgeschrieben. Und außerdem würden die Prüfer ausschließlich dem Aufsichtsrat berichten, "dessen Mitglieder schon bei der letzten Bewerbung alle Kosten abgesegnet haben und die bis heute eine vollständige Auskunft verweigern und unabhängige Prüfungen verhindern. Eine öffentliche Kontrolle findet wieder nicht statt", so Hüttinger. Außerdem seien in den Aufsichtsrat nur SPÖ- und ÖVP-Politiker entsandt worden.
Der Gemeinderat wird sich mit der Kontrolle der Bewerbung ohnedies noch auseinander setzen müssen, weil die parteifreie Gemeinderätin Elisabeth Promegger einen Antrag auf externe Kontrolle gestellt hat.
Das städtische Kontrollamt konnte heuer im Frühjahr die Prüfung der Bewerbung um die Spiele 2010 erst nach heftigem öffentlichen Druck durchführen, nachdem die damalige Bewerbungsgesellschaft zunächst den Einblick in die Belege verweigert hatte. Der Prüfbericht stellte dann der Bewerbung zwar ein korrektes Vorgehen aus, kritisierte aber die zum Teil sehr hohen Ausgaben, etwa 163.000 Euro für einen Olympia-Botschafter oder Berater-Honorare über 50.000 Euro. Als sich dann der Bürgermeister und die führenden Persönlichkeiten der damaligen Bewerbung weigerten, dem Kontrollausschuss Rede und Antwort zu stehen, beschloss dieser im Oktober, den Prüfbericht nicht zur Kenntnis zu nehmen.
(apa)
