Sonntag, 4. Dezember 2005

General Ghazali zu Hariri-Mord befragt: Vernehmungen in Wien werden fortgesetzt

  • Ex-Chef des syrischen Geheimdienstes vernommen

Unter den fünf Syrern, die am Wiener UNO-Sitz von Ermittlern der Vereinten Nationen zu den Hintergründen der Ermordung des ehemaligen libanesischen Regierungschefs Rafik Hariri bei einem Anschlag im Februar in Beirut befragt worden sind, befinde sich der frühere Chef des syrischen militärischen Geheimdienstes im Libanon, General Rustom Ghazali, berichtete die libanesische Tageszeitung "L'Orient-le Jour" am Dienstag. Auch Ghazalis seinerzeitiger Stellvertreter Jameh Jameh sei bereits einvernommen worden.

Jetzt steht die Vernehmung eines anderen Ghazali-Stellvertreters, Samih Kachami, auf der Tagesordnung, heißt es in dem Bericht. Unter Berufung auf Diplomatenkreise schreibt die angesehene Beiruter Zeitung, die Befragungen würden möglicherweise bis Donnerstag fortgesetzt. Zudem würden Abdelkarim Abbas, Chef der Palästinenser-Überwachungsabteilung der syrischen Nachrichtendienste, und Zaher Youssef, Leiter der Abhörsektion, befragt.

Zwei der befragten Syrer sind bereits nach Damaskus zurückgekehrt. Das bestätigte der syrische Botschafter in Österreich, Safwan Ghanem, am Dienstag gegenüber der APA.

Der frühere Chef des syrischen militärischen Geheimdienstes im Libanon, Generalleutnant Rustom Ghazali, und Ghazalis seinerzeitigen Stellvertreter Jameh Jameh seien bereits gestern abend nach der Befragung aus Wien abgereist und vermutlich in der Nacht in der syrischen Hauptstadt angekommen, erklärte der Botschafter.


Der UNO-Chefermittler, der deutsche Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis, soll seinen Schlussbericht am 15. Dezember dem Weltsicherheitsrat unterbreiten. Ein Sprecher von Mehlis erklärte am Dienstag in der libanesischen Hauptstadt, dass der Chefermittler, sollten seine Dienste länger benötigt werden, zur Verfügung stehen werde. Der libanesische Ministerpräsident Fouad Siniora hat bei Generalsekretär Kofi Annan die Verlängerung des Mandats für die UNO-Untersuchung um sechs Monate beantragt.

(apa/red)

4.12.2005 22:27