Sonntag, 4. Dezember 2005

Musiker enttäuscht: Papst schwänzte traditionelles Weihnachtskonzert im Vatikan

  • Jazzsängerin Nicky Nicolai: "Das war aber nicht nett"
  • Johannes Paul II. hatte Künstler zu Audienz empfangen

Bitter enttäuscht von Papst Benedikt XVI. sind einige der Sänger, die das traditionelle Weihnachtskonzert im Vatikan gestaltet haben: Weder sei der Papst zu ihrer Darbietung gekommen noch habe er die Musiker zu einer Audienz empfangen, beklagten sich mehrere von ihnen in der italienischen Presse Anfang Dezember. "Wenn ich mir das erlauben darf, das ist nicht das, was ich gute Manieren nenne", sagte Richard Cocciante. Alle hätten sich auf das Treffen gefreut. Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. habe die Künstler selbst dann noch empfangen, als er schon sehr krank gewesen sei.

"Das war nicht nett", beschwerten sich die Jazzsängerin Nicky Nicolai und ihr Mann, der Saxofonist Stephano di Battista. Ähnlich enttäuscht äußerte sich die Sängerin der irischen Band Cranberries, Dolores O'Riordan.

Papst Johannes Paul II. hatte vor dreizehn Jahren die Tradition des Weihnachtskonzertes im Vatikan eingeführt. Am Morgen der Aufführung empfing er stets die Musiker. Wenn er nicht zum Konzert kommen konnte, schickte er eine Videobotschaft. (apa)

4.12.2005 13:40