Samstag, 3. Dezember 2005

Raketenangriff auf Terror-Lager in Pakistan: Ranghohes Al-Kaida-Mitglied getötet

  • Staatschef Pervez Musharraf hat Tod bestätigt

Der pakistanische Staatschef General Pervez Musharraf hat den Tod eines hohen Al-Kaida-Führers in der pakistanischen Westprovinz Nord-Waziristan bestätigt. Nach seinr Ankunft zu einem Staatsbesuch in Kuwait sagte Musharraf zu einem entsprechenden Zeitungsbericht vom selben Tag: "Die Nachricht ist 200-prozentig richtig." Die englischsprachige pakistanische Zeitung "Dawn" hatte gemeldet, Abu Hamza Rabia sei am Donnerstag durch Raketenbeschuss in seinem Versteck in Nord-Waziristan im Grenzgebiet zu Afghanistan zusammen mit vier anderen Männer getötet worden.

Einheimische Augenzeuge berichteten, zwei US-Beobachtungsflugzeuge hätten die Raketen abgefeuert. Pakistanische Behörden sagten hingegen, die Männer seien bei der vorzeitigen Explosion eines Sprengkörpers ums Leben gekommen. Innenminister Ahmed Khan Sherpao erklärte, er kenne die Identität der getöteten Männer nicht.

Rabia, über dessen Herkunft unterschiedliche Angaben vorliegen (er wird sowohl als Syrer als auch als Ägypter bezeichnet) wurde zusammen mit dem Libyer Abu Faraj "al-Liby" gesucht, der bereits im Mai festgenommen und im Juni an die USA ausgeliefert wurde. Faraj soll ein Militärchef von Al-Kaida und die "Nummer 3" der Terrororganisation gewesen sein. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf seinen Kopf ausgesetzt. Die Rolle Rabias ist unklar.

Pakistan hat nach offiziellen Angaben seit den Septemberanschlägen in den USA 2001 rund 700 mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen festgenommen, darunter mehrere Führungsmitglieder wie Khalid Sheikh Mohammed und den mutmaßlich in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelten Ramzi Binalshib.

Kuwait war die erste Station auf Musharrafs Reise durch die Golfregion. Weitere Ziele sind der Jemen und Saudiarabien. Die Ölstaaten hatten hunderte Millionen von Dollar gezahlt, um den Opfern des verheerenden Erdbebens in Nordpakistan im Oktober zu helfen. Bei dem Erdbeben waren in Pakistan und Indien bis zu 100.000 Menschen ums Leben gekommen.

(apa/red)

3.12.2005 14:26