Montag, 28. November 2005

Verheerendes Grubenunglück in China: Mindestens 134 Bergleute wurden getötet!

  • Folgenschwere Kohlenstaub-Explosion in Bergwerk
  • Große Sicherheitsmängel & rückständige Ausrüstung

Bei einer Explosion in einer Kohlegrube im Nordosten Chinas sind staatlichen Medien zufolge 134 Bergleute ums Leben gekommen. Zum Unglückszeitpunkt am Sonntagabend waren demnach 221 Männer unter Tage: 15 würden noch immer vermisst, die übrigen seien gerettet worden.

Die Katastrophe in dem Bergwerk Dongfeng in der Provinz Heilongjiang sei durch die Explosion von Kohlestaub ausgelöst worden, teilte ein Untersuchungsteam mit. Es war das zweite schwere Industrie-Unglück in der Region innerhalb weniger Wochen. Chinas Führung hatte nach der Verseuchung des Flusses Songhua durch einen Chemie-Unfall dazu aufgerufen, künftig wachsamer zu sein. Inzwischen bereitet sich Russland auf die Ankunft des Giftteppichs vor.

Die Hauptluftzufuhr im Bergwerk Dongfeng konnte am Montag wieder in Betrieb genommen werden. Bei einem anderen Zwischenfall in der Grube Gaocun in der nördlichen Provinz Hebei kamen der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge 18 Menschen ums Leben. In die Mine war Wasser eingedrungen. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres kamen bei Grubenunglücken in China mehr als 2.700 Bergleute ums Leben. Das schwerste Unglück dieses Jahres ereignete sich in einem Bergwerk der im Nordosten der Volksrepublik gelegenen Provinz Liaoning. Dabei starben 214 Menschen.

Der rasant steigende Energiebedarf Chinas und hohe Kohlepreise veranlassen einige Grubenbetreiber oftmals, Sicherheitsvorschriften zu ignorieren. Nach dem jüngsten Chemie-Unfall, der zu dem Giftteppich in dem Fluss Songhua führte und Millionen Chinesen von der Trinkwasserversorgung abschnitt, hatte die Regierung darauf gedrungen, Sicherheitsmaßnahmen strikter umzusetzen. Zudem kündigte sie Strafen für die Verantwortlichen von Katastrophen an. In China werden pro Jahr etwa eine Million Menschen bei Katastrophen und Unfällen getötet.

(apa)

28.11.2005 07:34