Dienstag, 29. November 2005

Nicht mehr durch Österreich tingeln: Haider nur noch "formell als BZÖ-Obmann im Bund"

  • Kärnten-LH zuversichtlich für Entwicklung der Partei
  • Glaubt an Grundmandat für Einzug in Nationalrat

Der am vergangenen Freitag mit fast 100 Prozent zum Kärntner BZÖ-Chef gewählte Landeshauptmann Jörg Haider sieht sich nur noch "formell als BZÖ-Obmann im Bund", und auch das nur bis zum nächsten Bündnis-Konvent. In einer Diskussion im ORF-Radio gab sich Haider Montagnacht auch zuversichtlich, dass sich das BZÖ österreichweit "im nächsten halben Jahr sehr gut aufstellen wird".

Auch hinsichtlich des für den Einzug in den Nationalrat erforderliche Grundmandat in Kärnten ist er zuversichtlich. "Ich brauche jetzt nicht mehr durch Österreich zu tingeln und kann mich voll auf Kärnten konzentrieren", sagte Haider in der Sendung "Streitkultur". Im Hinblick auf den bevorstehenden Wahlkampf für die Nationalratswahl versicherte Haider, er wolle in Kärnten keine "Schlammschlacht", und zwar weder eine Auseinandersetzung mit FPÖ- Chef Strache noch ein "Aufmarschgebiet" für SPÖ-Chef Gusenbauer.

Den Umstand, dass die FPÖ bei der vergangenen Nationalratswahl in Kärnten ein Grundmandat im Wahlkreis 1 (Bezirke St. Veit/Völkermarkt/Wolfsberg) knapp verfehlt hat, bewertete Haider mit der damaligen "schlechten Stimmung". Inzwischen habe er aber wieder ein Vertrauenspotenzial aufbauen können. Auf die Frage, ob ihm nicht die FPÖ zu viele Stimmen wegnehmen könnte, meinte Haider: Im Gegensatz zu Wien könne die FPÖ mit ihren Themen wie Ausländerproblematik "in Kärnten nicht wesentlich punkten". Haider: "Die Themen, die sie spielt, wurden von uns schon gelöst."

Haider zeigt sich aber nicht nur für die Nationalratswahl 2006, sondern auch für die Kärntner Landtagswahl 2009 optimistisch: Als er 1991 als Landeshauptmann abgesetzt worden sei, hätten ihn alle für tot erklärt. 1998 sei er in einer schwierigen Situation nach Kärnten zurückgekehrt und habe 1999 die Wahl und den Landeshauptmannsitz gewonnen. "2009 wird es auch wieder so sein", glaubt Haider. (apa)

29.11.2005 07:51