Donnerstag, 24. November 2005

Ablösegerüchte bei der Telekom Austria: ÖIAG wollte Ersatz für TA-Chef Heinz Sundt

  • Standard: Entscheidung bereits am 13. Dezember?
  • ÖIAG dementiert: Nachfolge wird erst 2006 geregelt

Die Verstaatlichtenholding ÖIAG soll vergangene Woche versucht haben, Telekom Austria-Chef Heinz Sundt abzulösen, ist damit aber gescheitert. Nun soll es bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember zu einer Entscheidung kommen, berichtet die Tageszeitung "Der Standard". ÖIAG-Sprecherin Anita Bauer dementierte dies aber jetzt. Es werde wie geplant ein Jahr vor Auslaufen des Vertrages die Nachfolge entschieden. Somit werde erst im April 2006 die Nachfolge geregelt, betonte Bauer.

Meinungsverschiedenheiten
Zuletzt hatte es Meinungsverschiedenheiten zwischen Telekom und ÖIAG über die künftige Struktur des Ex-Monopolisten gegeben. Während die ÖIAG eine klassische Holdinglösung mit selbstständigen Töchtern (Festnetz, Mobilfunk) befürworte, halte der Telekom-Boss eine solche Umstrukturierung für wenig sinnvoll. Vorstandskollegen von ihm fürchteten um ihre operative Eigenständigkeit, hieß es vor zwei Wochen in einem Medienbericht. Als Unterstützer Sundts gelten die Personalvertreter, während Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) ein eher unterkühltes Verhältnis zum Telekom-Chef nachgesagt wird.

Entscheidung am 13. Dezember?
Laut "Standard" soll es am Vorabend der nächsten Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember eine Vorbesprechung in den Räumlichkeiten der ÖIAG geben. "Da sollen wir alle eingeschworen und auf Linie gebracht werden", mutmaßte ein Kapitalvertreter im "Standard"-Gespräch. Außerdem solle das Aufsichtsratspräsidium beauftragt werden, einen Personalberater auszuwählen, der nicht nur einen Nachfolger für Heinz Sundt finden muss, sondern auch gleich einen für Finanzchef Stefano Colombo. Der soll seinen Sessel zeitgleich mit dem Generaldirektor räumen, so die Zeitung.

Rauswurf würde 2 Mio. Euro kosten
Müssen beide gehen, wird das teuer. Kolportiert werden gut zwei Millionen Euro. Denn Sundt und Colombo, die sich keine Verfehlung geleistet haben, können auf Einhaltung ihrer Verträge pochen, was bedeutet, dass diese ausbezahlt werden müssen. (apa/red)

24.11.2005 12:15