Warnung vor falschen E-Mails der Polizei: Betreff "Raubkopien" enthält Sober-Virus
- "Absender" ist das deutsche Bundeskriminalamt
- Wurm hat in Österreich schon 5 Mio Mal zugeschlagen
Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) hat vor gefälschten, virenverseuchten E-Mails gewarnt. Vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz kursieren zur Zeit E-Mails, in denen das BKA als Absender genannt wird. Unter dem Betreff "Sie besitzen Raubkopien" wird dem Empfänger mitgeteilt, dass die Daten des Rechners als Beweismittel sichergestellt worden seien und gegen den Empfänger ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werde. Bis jetzt hat der Schädling hierzulande nicht weniger als fünf Millionen Mal zugeschlagen!
Dateianhang nicht öffnen!
Das BKA warnt deshalb "dringend" davor, den Dateianhang der Mail zu öffnen. Es handle sich um eine Variante des Computerwurms Sober, der sich beim Öffnen des Anhangs automatisch an die im Adressbuch des Rechners aufgelisteten Kontakte weiterversende. Das BKA riet den Betroffenen, die E-Mails zu löschen und einen Virenscanner über den Rechner laufen zu lassen.
Schädling hat schon 5 Mio. Mal zugeschlagen!
Der Schädling hat in Österreich seit Montagabend nicht weniger als fünf Millionen Mal zugeschlagen - so oft wie kein anderer in diesem Jahr, so Josef Pichlmayr vom Software-Unternehmen Ikarus in Wien. "Wir haben den Wurm gegen 23.00 Uhr das erste Mal registriert, als die Sensoren im Rahmen unseres Virenfrühwarnprogramms Alarm geschlagen haben. Noch in der Nacht haben wir ein Update unseres Anti-Viren-Programms durchgeführt", sagte Pichlmayr und fügte ironisch hinzu: "Seither zählen wir nur noch."
Clever gemacht
Nach den Angaben des Fachmanns handelt es sich nicht um einen grundsätzlich neuen, aber sehr clever gemachten Virus, der so wie Spammer verschiedene Namen und Adressen kombiniert. Wie frühere Sober-Würmer ist offenbar auch diese Variante deutschen Ursprungs. Alle nehmen nämlich auf aktuelle (politische) Ereignisse in Deutschland Bezug.
Vorsicht bei diesem Text, das Attachment ("Akte4231.zip") nicht öffnen!
Mail von "BKA@BKA.de"
Betreff: Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet
Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
das Herunterladen von Filmen, Software und MP3s ist illegal und somit strafbar. Wir moechten Ihnen hiermit vorab mitteilen, dass Ihr Rechner unter der IP 155.131.114.187 erfasst wurde. Der Inhalt Ihres Rechner wurde als Beweismittel sichergestellt und es wird ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingleitet.
Die Strafanzeige und die Moeglichkeit zur Stellungnahme wird Ihnen in den naechsten Tagen schriftlich zugestellt. Aktenzeichen NR.:#4231 (siehe Anhang)
Hochachtungsvoll
i.A. Juergen Stock
--- Bundeskriminalamt BKA
--- Referat LS 2
--- 65173 Wiesbaden
--- Tel.: +49 (0)611 - 55 - 12331 oder
--- Tel.: +49 (0)611 - 55 - 0
(apa/red)
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