Mittwoch, 23. November 2005

Kampf um die Krone: Hermann Maier oder Benni Raich, wer dominiert den Olympiawinter?

  • Maier gegen Raich: Der ,Herminator‘ und der ,Blitz aus Pitz‘ im Doppelinterview über Ziele und Gegner

Mega-Duell: Hermann Maier oder Benni Raich – wer dominiert den Olympiawinter? In aller Freundschaft matchen sich der ,Herminator‘ und der ,Blitz aus Pitz‘ um die Vorherrschaft im Skizirkus – mit Bode Miller als gemeinsamem Gegner.

Der Braunbär am Rand der „Coquihalla“-Piste von Sun Peaks lässt sich als Einziger vom hektischen Treiben nebenan nicht anstecken. Seit acht Uhr früh fiebert dort die rotweißrote Ski-Elite den Zeitläufen entgegen, die Cheftrainer Toni Giger auf der perfekt präparierten Strecke als letzte „Leistungsschau“ vor der ersten Weltcup-Abfahrt in Lake Louise (Samstag, 26. November, ab 20.15 Uhr live in ORF 1) angesetzt hat. Und dann macht ihm und den Rennläufern ein dickes Nebelband im Mittelteil einen Strich durch die Rechnung. Immer wieder wird der Start verschoben, gegen Mittag endgültig abgesagt. „In solchen Situationen zeigt sich, wer ein Schwitzer ist“, merkt Toni Giger süffisant an. Hermann Maier und Benjamin Raich zählt er jedenfalls nicht zu dieser Sorte von Skirennfahrern.

Der Herausforderer rüttelt am Thron des Skikaisers. Die beiden Topstars des stärksten Skiteams der Welt nehmen die Trainingsabsage gelassen und routiniert hin. Der bald 33-jährige „Herminator“ mit seinen 51 Weltcupsiegen genauso wie sein um fast sechs Jahre jüngerer Herausforderer, der sich spätestens seit dem letzten Winter anschickt, am Thron des „Skikaisers“ zu rütteln. Mit seinen fünf WM-Medaillen (davon zwei in Gold) hat „Big Benni“ dem „Altmeister“ heuer im Februar in Bormio fast die Show gestohlen, bevor Maier mit dem überraschenden WM-Titel im Riesentorlauf noch einmal zurückschlagen konnte.

Seither ist die langjährige Hierarchie im österreichischen Herrenteam ins Wanken geraten. Auch in der Gesamtweltcup-Wertung lag der Tiroler Raich zuletzt vor dem Salzburger Superstar. Nur geschlagen vom US-Ski-Cowboy Bode Miller. Und auch bei der diesjährigen Wahl zum „Sportler des Jahres“ musste der „Herminator“ seinem Team- und Trainingskollegen den Vortritt lassen. Trotzdem zog Raich in diesem Fall auch den Kürzeren gegenüber einem Nicht-Skifahrer, Tour-de-France-Etappensieger Georg Totschnig.

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23.11.2005 16:19