Samstag, 26. November 2005

Handel mit 1. Adventsamstag zufrieden: Vor allem in Wien, Oberösterreich besser als '04

  • Wr. Donauzentrum erwartet zwei Prozent Steigerung
  • "Leichte Signale aus, die auf Zuwachs hinweisen"

Einen besseren Start ins Weihnachtsgeschäft als 2004 scheint dem Wiener Handel gelungen zu sein. "Die Stimmung im Wiener Handel ist gut", so Wiens Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank am ersten Adventsamstag gegenüber der APA. 2004 war das erste Adventwochenende von den Konsumenten eher verhalten genutzt worden.

Offensichtlich scheine der frühe Schneefall heuer die Konsumenten rechtzeitig auf Weihnachten eingestimmt zu haben, vermutete Jank. Natürlich sei aber die Blitzumfrage der WKW nur "ein erstes Stimmungsbild", betonte sie. Grundsätzlich erwartet die Kammer für das gesamte Weihnachtsgeschäft aber eine Steigerung zwischen ein bis zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dabei dürfte dem Handel heuer auch der Kalender helfen, zumal der verkaufsoffene Feiertag "Mariä Empfängnis" am 8. Dezember auf einen Donnerstag fällt. Viele Konsumenten dürften sich hier ein verlängertes Wochenende mit dem Fenstertag Freitag nehmen, hieß es aus der WKW.

Bereits am heutigen Samstag zu Gute kam dem Handel das Wiener Wetter. Bei durchgängiger Bewölkung präsentierte sich der Himmel trocken und moderate Temperaturen lockten die Konsumenten in die Geschäfte. Und dies, obwohl am ersten Samstag traditionell die schwächsten weihnachtlichen Wochenend-Umsätze erzielt werden. Spitzenreiter ist hier üblicherweise der dritte oder vierte Adventsamstag.

Nach Branchen aufgeschlüsselt zeigten sich in der WKW-Befragung vor allem der Spielwarenhandel, die Parfümerien und der Sportartikelhandel zufrieden. Auch der Elektronik- und der klassische Buch-Handel sahen ihre Erwartungen erfüllt. Ein gewisses Steigerungspotenzial vermeldeten hingegen die Textilhändler und die Juweliere.

Wie schon in den letzten Jahren sei der Kundenstrom in den großen Einkaufsstraßen wie der Mariahilfer Straße oder in der Inneren Stadt stärker ausgefallen als in den Bezirksgeschäftsstraßen, hieß es von Seiten der WKW. Rundweg zufrieden zeigte man sich auf APA-Anfrage auch im größten Einkaufszentrum der Stadt. "Die Stimmung ist super gewesen", freute sich Petra Kern vom Wiener Marktführer Donauzentrum. Man habe gegenüber 2004 zugelegt und plane auch für das gesamte Weihnachtsgeschäft eine Steigerung von zwei Prozent.

Lugner-City meldet 10 Prozent plus
Gutes Geschäft hat die Lugner City am 1. Einkaufssamstag gemacht. Wie Richard Lugner Sonntag Vormittag der APA mitteilte, sei im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von zehn Prozent erzielt worden. Besonders gut gelaufen ist es im Bereich der Schuh-Geschäfte, wo sich der Umsatz verdoppelt habe.

Ebenfalls ordentliche Werte wurden im Elektro-Sektor und beim Schmuck erzielt. Spielzeug und Sportgeräte seien im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich beliebt geblieben.

Gute Stimmung im oberösterreichischen Handel
Erfreut blickt der Handel in Oberösterreich auf den ersten Einkaufssamstag zurück. Das trübe Winterwetter habe die erwartet gute Stimmung bei Konsumenten und Händlern gebracht, teilte die Wirtschaftskammer Oberösterreich in einer Aussendung am Samstagabend mit.

Naturgemäß werde am ersten Weihnachtseinkaufssamstag zwar noch eher gebummelt und geschaut, dennoch sei man mit den Verkaufszahlen zufrieden. Sie dürften sich ungefähr auf Vorjahresniveau oder etwa darüber bewegen, berichtete Manfred Zöchbauer, Spartengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer Oberösterreich in der Aussendung.

Vor allem in den größeren Einkaufsstädten wie Linz, Wels, Steyr, Vöcklabruck oder Ried im Innkreis sei man über den Verlauf des ersten Einkaufssamstags erfreut. "Knapp einen Monat vor Weihnachten gehen von den Konsumenten leichte Signale aus, die auf einen Zuwachs beim Weihnachtsgeschäft gegenüber dem Vorjahr hinweisen", zeigte sich Zöchbauer optimistisch.

Auch Spartenobmann Franz Penz bezeichnete den Geschäftsverlauf am ersten Adventsamstag als sehr positiv: "Es hat sich der erfreuliche Trend der letzten Monate in Richtung gesteigertes Konsumverhalten fortgesetzt". Wie im Vorjahr seien auch heuer Bekleidung, Bücher, Gutscheine und Spielwaren die beliebtesten Weihnachtsgeschenke.

Guter Start in Salzburg
Der erste Einkaufssamstag ist für den Salzburger Handel "eine Spur besser gelaufen" als im Vergleich zum Vorjahr. "Der Start ist gut gelungen", zog der Obmann der Sektion Handel in der Salzburger Wirtschaftskammer, Helmut Eymannsberger, im APA-Gespräch eine positive Bilanz. Dass es keine einzige negative Rückmeldung von den Geschäften gegeben habe, sei auch auf den frühen Wintereinbruch zurückzuführen.

"Da spielte das Wetter mit - jede Schneeflocke ist ein Cent", sagte Eymannsberger. Großes Interesse bestand für Artikeln im Sport-, Textil- und Elektronikbereich. Eine rege Nachfrage herrschte zudem auf Schuhe, Schmuck und Uhren. Auch der Buchhandel meldete ein gutes Ergebnis. "Abgerechnet wird erst zum Schluss. Der Handel ist aber optimistisch."

Mehr Kundenfrequenz als im Vorjahr verzeichneten auch die Geschäfte der Salzburger Altstadt. "Der große Einkauf hat noch nicht stattgefunden, die Leute haben sich erst einmal informiert, was für das erste Adventwochenende durchaus üblich ist. Der Handel ist aber optimistisch", sagte Helmut Mayr, Hotelier und Obmann des Altstadt-Verbandes.

Im Europark, Salzburgs größten Einkaufszentrum, lagen die Umsätze leicht über dem ersten Einkaufssamstag im Vorjahr, berichtete Center-Manager Christoph Andexlinger. "Es war ein guter Start, der uns positiv hoffen lässt." Rund 44.000 Besucher stürmten gestern den Shoppingtempel, genauso viele kamen zur Eröffnung der Erweiterung auf 50.700 Quadratmeter vermietbare Fläche im vergangenen Oktober: "Die Stimmung im Haus ist sehr gut. Der Schnee, der zeitgereicht gefallen ist, trägt dazu bei, das unsere Kunden in Einkaufsstimmung versetzt wurden."

Sehr positiv liefen die Umsätze bei Langlauf- und Tourenski. "Alle Sparten gehen relativ gut, aber einen richtigen Gassenhauer gibt es nicht", meinte Andexlinger. Großes Interesse herrschte im Elektronikbereich für CDs, Plasma-Bildschirme, MP3-Player und Espressomaschinen. Allerdings würden sich viele Leute am ersten Adventsamstag erst einmal informieren und nicht gleich kaufen. "Sie bekommen ja ihr Gehalt erst nächste Woche aufs Konto eingezahlt", räumte der Center-Manager ein.

"Im Lebensmittelbereich setzt sich ein Trend fort, der in den vergangenen drei, vier Jahren gewachsen ist: Weine der oberen Preisklasse finden eine immer breitere Kundenschicht", sagte Andexlinger. Dass heuer in der Weihnachtszeit ein Umsatzplus von zwei Prozent zu erreichen ist, sei durchaus vorstellbar und liege im realistischen Bereich.

Schneefälle bremsten Steirer beim Shoppen
Am ersten Adventsamstag sorgte der Schneefall in großen Teilen der Steiermark zwar für schwere Erreichbarkeit der Einkaufszentren und Kaufhäuser, dafür steigerte die weiße Pracht nach Meinung der Geschäftsleute aber die Lust auf "Artikel für die Jahreszeit". Vor allem Wintersportartikel und warme, dicke Bekleidung gingen gut. In der Shopping City Seiersberg, im Grazer Shopping Center West und beim Grazer Innenstadt-Großkaufhaus Kastner & Öhler registrierte man noch keinen großen Ansturm, aber durchwegs "gute, den Schneefällen angepasste Frequenz" von Besuchern.

In der Shopping City Seiersberg südlich von Graz war der Bersuch am Vormittag laut der stellvertretenden Center-Managerin Karin Pfeffer wohl wegen der Schneelage auf den Straßen "etwas flau", nahm am Nachmittag aber stark zu. Besonders gut gingen Sportartikel, Elektronik, Mobiltelefone sowie Schmuck und Parfümerie, aber auch schon das Gutschein-Geschäft. "Wir erwarten rund 4 bis 5 Prozent Zuwachs bei den Umsätzen", hieß es. Der Ansturm der Kunden werde aber erst an den kommenden Adventsamstagen und am Marienfeiertag erfolgen. Rund 60 Prozent der Kunden kämen aus dem Großraum Graz, die anderen aus der übrigen Steiermark, dem Südburgenland, Slowenien und Kroatien.

Im obersteirischen Einkaufszentrum Kapfenberg (ECE) registrierte Geschäftsführer und Miteigentümer Heribert Krammer am Nachmittag einen "Supertag und eine sehr zufrieden stellende Kundenfrequenz". Dies sei auf die Verdreifachung der Fläche im Sportartikelbereich zurückzuführen, wo man schon jetzt einen verdreifachten Umsatz im Vergleich zum Vorjahr feststelle. Wegen des Wetters seien auch warme Bekleidung und Winterschuhe stark nachgefragt. De Kunden kämen aus dem Mürztal sowie ausch aus dem Norden des Bezirks Graz-Umgebung.

Beim Grazer Traditions-Innenstadtkaufhaus Kastner & Öhler hieß es: "Wir haben eine hohe Frequenz, vor allem von Grazer Kunden, wohl auch wegen der Gratis-Fahrschein-Aktion der Grazer Verkehrsbetrieb an den Adventsamstagen". Wintersportgeräte und "dicke Jacken" seien der Renner, auch das Gutscheingeschäft gehe gut, wenngleich sich dies erfahrungsgemäß erst im Laufe des Dezember immer weiter steigere. Es werde nicht nur gustiert, die Kunden seien auch schon recht kauflustig: "Einerseits sind die Umsätze okay, andererseits ist unser Indikator 'Einkaufstasche', registriert bei den Ausgängen, strak unterwegs.

Im Shopping Center West (SCW) in Graz zeigte sich Geschäftsführerin Angelika Gröschl "sehr zufrieden": Das Wetter sorge zwar nicht für riesige Kundenströme, aber dafür für die richtige Stimmung. Elektro, Textil, DVD und Elektronik - vor allem iPods und Plasmaschirme - gingen gut. Mit dem ganz großen Geschäft rechne man erst an den kommenden Adventsamstagen sowie am 8. Dezember zu rechnen.
(apa)

26.11.2005 22:36