Wiener Börse auf Rekordjagd: Woche mit Plus von 2,2% auf 3.569,99 Punkten beendet
- Versicherungsaktien Uniqa & Städtische im Höhenflug
- Erste Bank schließt fester, Bank Austria schwach
Wiens Börse lässt die Muskeln weiter spielen: Diese Woche gelang es dem ATX, seine bisherigen historischen Höchststände von Anfang Oktober hinter sich zu lassen. Am Freitag markierte der Index der wichtigsten österreichischen Aktien im Handelsverlauf mit 3.574,42 Punkten ein neues Allzeithoch. Beflügelt von den Versicherungswerten Uniqa und Städtische stieg der ATX in einem durchwegs freundlichen Umfeld im Wochenvergleich um 2,19 Prozent auf 3.569,99 Zähler.
Größter Wochengewinner waren Uniqa mit einem satten Kursplus von 24,9 Prozent. Der Versicherungskonzern sieht sich nach drei Quartalen "auf ertragreichem Wachstumskurs", bis September kletterte der Konzerngewinn auf gut 100 Mio. Euro. In Serbien und der Ukraine ist bis Mitte 2006 der Einstieg geplant.
Auch die Aktien des Branchenkonkurrenten Wiener Städtische legten kräftig zu - um 13,04 Prozent. Freitag fiel der Startschuss für die angekündigte riesige Kapitalerhöhung, die bis zu eine Milliarde Euro in die Kriegskasse spülen soll. Die neuen Aktien, die am 20. Dezember erstmals notieren, können bis 16. Dezember gezeichnet werden. An diesem Tag wird auch der endgültige Preis bekannt gegeben (der Maximalpreis liegt bei 54 Euro je Aktie).
OMV verteuerten sich in der abgelaufenen Woche um 2,6 Prozent. Für heuer soll eine "deutlich höhere" Dividende ausgeschüttet werden. Der Gewinn geht heuer deutlich in die Höhe, schon nach neun Monaten hat der Öl- und Gaskonzern das gesamte Vorjahr bereits klar übertroffen.
Die Telekom Austria hat erstmals eine exakte Gewinnprognose für 2005 abgesetzt. Der Nettogewinn soll demnach mindestes 370 Mio. Euro erreichen und den Vorjahreswert um rund zwei Drittel übertreffen. Laut Telekom-Chef Heinz Sundt ist dies "extrem konservativ geschätzt". Im Aktienkurs schlug sich das nicht nieder: Im Wochenverlauf fielen Telekom Austria leicht um 0,5 Prozent.
Gut in Szene setzen konnten sich hingegen die Aktien der Erste Bank. Hier belief sich das Wochenplus auf 3,5 Prozent. Auch Raiffeisen International stiegen - um 1,9 Prozent, während der Börsekurs bei Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) um 4,6 Prozent deutlich nachgab. Bei den Stahlwerten Voestalpine und Böhler-Uddeholm ging es in der abgelaufenen Woche um 2,6 bzw. 2,4 Prozent nach oben.
Auch Europas Börsen gehen fester ins Wochenende
Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Freitag mit festeren Kursen geschlossen. Nachdem im Frühhandel die Vorgaben aus Japan beflügelten, der Nikkei-225-Index kletterte in Tokio auf den höchsten Stand seit fünf Jahren, unterstützte im Verlauf ein positiver US-Arbeitsmarktbericht. Die Zahl der Beschäftigten in den Vereinigten Staaten ist im November etwas deutlicher als erwartet gestiegen. Die größten Aufschläge konnten die Börsen in Frankfurt (plus 0,79 Prozent) und Amsterdam (plus 0,78 Prozent) verzeichnen und prolongierten damit ihren Höhenflug.
Im Sektorvergleich präsentierten sich Versicherungswerte weit im positiven Terrain. Die Papiere der Münchener Rück bauten die Gewinne des Vortages um 2,84 Prozent auf 119,92 Euro aus. Händler verwiesen auf einen positiven CSFB-Kommentar und die gute Markttechnik. Das Papier steht auf dem höchsten Niveau seit knapp drei Jahren. Generali gewannen 2,69 Prozent auf 27,52 Euro.
Nokia-Aktien stiegen 0,34 Prozent auf 14,75 Euro. Der weltgrößte Handyhersteller rechnet für 2005 mit 780 Millionen abgesetzten Handys. Die Zahl der Mobilfunknutzer soll bereits im Jahr 2008 auf mehr als drei Milliarden steigen und nicht, wie ursprünglich erwartet, erst 2010, teilte das Unternehmen auf einer Investorenkonferenz am Vortag mitgeteilt. Die gesenkte Prognose für die operative Marge im Infrastrukturgeschäft fand unter Anlegern dagegen kaum Beachtung.
Autowerte zogen ebenfalls das Interesse der Anleger auf sich. Für die deutschen Autobauer war der November auf dem wichtigen US-Markt ein guter Monat. Für BMW ging es um 0,85 Prozent auf 37,79 Euro nach oben. Der Konzern hatte die meisten Autos abgesetzt. Wie die US-Tochter des Unternehmens mitteilte, wurden 26.844 Fahrzeuge verkauft - elf Prozent mehr als im Vorjahresmonat (24.095). Dabei verzeichnete die Marke BMW ein Absatzwachstum von 14 Prozent auf 23.673 Fahrzeuge. Aktien von Volkswagen (VW) legten um 1,86 Prozent auf 46,53 Euro zu. Eine rege Nachfrage bei den Modellen Jetta und Passat bescherte dem Konzern ein Absatzplus von 4,8 Prozent.
| Europas Börsen im Vergleich: | ||||
| Wien | ATX | 3.569,99 | +22,88 | +0,65 |
| Frankfurt | DAX | 5.307,99 | +41,44 | +0,79 |
| London | FT-SE-100 | 5.528,1 | +42,0 | +0,77 |
| Paris | CAC-40 | 4.662,50 | +26,04 | +0,56 |
| Zürich | SPI | 5.732,20 | +40,30 | +0,71 |
| Mailand | MIBtel | 26.347,00 | +110,00 | +0,42 |
| Madrid | IBEX-35 | 10.649,80 | - 28,90 | -0,27 |
| Amsterdam | AEX | 429,48 | +3,31 | +0,78 |
| Brüssel | BEL-20 | 3.458,90 | +26,23 | +0,76 |
| Stockholm | SX Gesamt | 292,33 | +1,88 | +0,65 |
| Europa | Euro-Stoxx-50 | 3.519,63 | +18,09 | +0,52 |
(apa)

