Donnerstag, 24. November 2005

Transportrückgang bei ÖBB-Güterverkehr: Rollende Landstraße wird weniger genutzt

  • Wegfall des Transitvertrags zeigt seine Auswirkungen

Die ÖBB erwarten wegen der anhaltenden Verlagerung auf die Straße heuer einen leichten Rückgang im Güterverkehr. Seit 1993 habe sich das Transportvolumen (inklusive ÖBB-Straßentransport) von 60 bis auf 92 Millionen Tonnen erhöht. Heuer sei ein geringfügiger Rückgang in der Beförderungsleistung zu erwarten, erklärte ÖBB-Güterverkehrsvorstand Ferdinand Schmidt.

Grund dafür sei vor allem ein Rückfall in der Rollenden Landstraße (RoLa), also beim Transport von Lkw auf der Bahn. 2002 - zum Höhepunkt der RoLa - transportierten die ÖBB noch 405.000 Lkw über die Schiene. Heuer werden es nur noch 200.000 sein. Der Produktionsanteil der Rollenden Landstraße sei damit dramatisch von 12 Prozent auf die Hälfte zurückgegangen.

Schuld daran sei unter anderem die veränderte Transportpolitik in der EU, etwa der Wegfall der Ökopunkte und des Transitvertrags. Durch die EU-Erweiterung seien außerdem die langwierigen Grenzkontrollen für Lkw weggefallen. Der Straßentransport sei dadurch mit einem Schlag um bis zu 40 Prozent billiger geworden. Das habe die Bahn zu spüren bekommen, so Schmidt.

Mit 2006 wird der europäische Bahnverkehr komplett liberalisiert. Ab kommendem Jahr können damit sämtliche Bahnen aus dem EU-Ausland Güterzüge in Österreich und umgekehrt die ÖBB Züge im Ausland betreiben. Die ÖBB wollen dabei vor allem durch Expansion im Osten wachsen. (apa)

24.11.2005 12:53