Donnerstag, 24. November 2005

Schröders neue Aufgabe: Ex-Kanzler wird Berater des Schweizer Medienhauses Ringier

  • Wird Experte für "Fragen der internationalen Politik"
  • Gerhard Schröder tritt neuen Job am 1. Jänner '06 an

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Berater des Schweizer Medienhauses Ringier. Schröder wird diese Aufgabe in Zürich am 1. Jänner 2006 übernehmen, wie Verleger Michael Ringier vor den Medien erklärte. "Er steht mir und auch anderen Mitarbeitern als Berater zu Verfügung", sagte er.

Schröder werde am Hauptsitz des Medienkonzerns in Zürich ein eigenes Büro haben und den Verlag "in Fragen der internationalen Politik" beraten. Ringier sagte, er sei überzeugt, dass Schröder mit seiner internationalen Erfahrung eine Bereicherung für das Unternehmen sei, zumal man als Verleger auch politisch aktiv sein müsse.

Keine Details über Ringier-Honorar
Schröder werde weder Mitglied des Verwaltungsrats noch eines andern Konzerngremiums, sondern stehe als Gesprächspartner für Fragen der internationalen Politik zur Verfügung, präzisierte Ringier. Er sei überzeugt, dass Schröder mit seiner internationalen Erfahrung eine Bereicherung für das Unternehmen sei, zumal man als Verleger auch politisch aktiv sein müsse.

Schröder erhält im fünften Stock des Ringier-Pressehauses in der Dufourstraße 23, Zürich, ein eigenes Büro, in der Nachbarschaft von Zürcher Opernhaus und "Neuer Zürcher Zeitung". Die Form der Zusammenarbeit müsse sich "irgendwie entwickeln", sagte Ringier. Möglicherweise gehe man auch zusammen auf Reisen.

Zu den Anstellungsbedingungen hielt sich Ringier bedeckt. "Wir sind nicht ein Haus, das über so etwas spricht", sagte er zur Frage nach dem Honorar und fügte hinzu: "Er war als Bundeskanzler ein bescheidener Mann und wird das auch bleiben. Wenn's ihm um Geld gegangen wäre, hätte er sicher einen anderen Job angenommen." Zur zeitlichen Belastung sagte er, Schröder dürfte ein oder zwei Mal wöchentlich in Zürich sein: "Mit einer solchen Persönlichkeit macht man nicht einen Vertrag, in dem etwas von 40 Stunden oder so steht."

Der 61-jährige Schröder wird künftig in erster Linie als Rechtsanwalt in seiner Berliner Kanzlei tätig sein. Zudem will er eine Autobiografie schreiben. Der SPD-Politiker hatte dem deutschen Bundestag von 1980 bis 1986 und dann wieder seit dem Regierungswechsel im Jahr 1998 bis zum gestrigen Mittwoch angehört. Dazwischen war er Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen. (apa/red)

24.11.2005 10:06