Lebensversicherung, Sparbuch & Co: Zukunftsvorsorge wird immer beliebter
- Einstiegsalter für private Vorsorge immer geringer
- 1,57 Millionen haben noch nicht vorgesorgt
Österreicher, die Vorsorgemaßnahmen planen, nennen ersmalig am häufigsten die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge als beliebtestes Vorsorgeprodukt, gefolgt von Lebensversicherung, Sparbuch und Bausparer, so ein Ergebnis der Eigenvorsorge-Studie der Fessel-GfK-Finanzmarktforschung. Das klassische Vorsorgeprodukt bleibt demnach auch 2005 die Lebensversicherung, obwohl sie in den vergangenen Jahren sukzessive an Bedeutung verloren hat.
"Für die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge haben sich knapp 20 Prozent der Befragten entschieden. Sie liegt damit auf Platz 5", so Alexander Zeh, Leiter Finanzmarktforschung bei Fessel-GfK in der am Dienstag veröffentlichten Studie. Wertpapiere konnten den hohen Wert von 2004 (13 Prozent) nicht halten und liegen nun bei 9 Prozent. Die Beliebtheit von Sparbuch (29 Prozent), Bausparvertrag (28 Prozent) und Immobilien (11 Prozent) ist unumstritten.
Rund 1,57 Millionen Österreicher haben laut Umfrageergebnis noch nicht vorgesorgt, weitere 730.000 fühlen sich trotz Vorsorge unzureichend abgesichert. "Die dritte Säule des Pensionssystems wird zwar immer tragfähiger. Viele haben das trotzdem noch nicht als eigene Verantwortung erkannt und verlassen sich auf den Staat", so Zeh. 48 Prozent der Befragten halten Eigenvorsorge für sehr wichtig, weitere 42 Prozent für wichtig.
Das Thema der privaten Pensionsvorsorge sei ein Thema für alle geworden. Das optimale aber auch das tatsächliche Einstiegsalter für die private Pensionsvorsorge wird von der Bevölkerung im Vergleich zu den Jahren zuvor verstärkt bei jungen Altersgruppen gesehen. "Mehr als die Hälfte der befragten Personen ist mittlerweile der Meinung, dass das ideale Alter unter 30 Jahren liegt", erläutert Zeh. 1996 war es nur jeder dritte Befragte.
11 Prozent setzen 2005 das ideale Einstiegsalter sogar unter 20 Jahren an. Vor allem bei den jüngeren Bevölkerungsschichten spricht man sich altersmäßig für einen immer früheren Start in der Eigenvorsorge. Dagegen das reale Einstiegsalter: Etwa die Hälfte hat bereits im Alter von unter 30 Jahren mit privater Pensionsvorsorge begonnen, während mehr als ein Drittel erst zwischen 30 und 40 Jahren Maßnahmen getroffen hat. Fast die Hälfte der 20 bis 24-Jährigen hat schon unter 20 Jahren erste Vorsorgeschritte gesetzt.
Insgesamt ist die Zahl der Personen zwischen 20 und 54 Jahren, die bereits selbst oder durch andere Personen Maßnahmen zur Eigenvorsorge getroffen hat, mit 2,5 Millionen gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen.
Das Trendbarometer Eigenvorsorge von Fessel-GfK ist eine kontinuierlich durchgeführte Studie über das Vorsorgeverhalten der Österreicher. 2005 wurden dazu 2.000 persönliche Personen befragt.
(apa/red)

