Drastischer Job-Abbau bei General Motors: Auto-Konzern streicht 30.000 Arbeitsplätze!
- Bis Ende 2008: Neun Werke werden geschlossen
- Österreicher müssen nicht um ihre Jobs bangen
Der weltgrößte Autokonzern General Motors (GM) streicht 30.000 Arbeitsplätze bis Ende 2008 - und damit 5.000 mehr als bisher angekündigt. Neun Produktionswerke sowie drei Standorte für Service und Autoteile würden geschlossen, teilte das Unternehmen am Montag mit.
"Dies sind drastische Schritte, die uns bei der Verbesserung unserer Entwicklung sehr helfen werden", sagte Firmenchef Rick Wagoner am Montag. Die Beschlüsse seien notwendig, damit das Geschäft in Nordamerika so schnell wie möglich wieder profitabel werde. Die jüngsten Debatten um einen möglichen Konkurs des weltgrößten Autobauers seien "frustrierend" gewesen, fügte Wagoner hinzu.
Österreicher müssen nicht um ihre Jobs bangen. Eine Sprecherin des seit 1. Oktober neu amtierenden Generaldirektors Rudolf Hamp sagte zur APA: "Die verkündeten Maßnahmen beziehen sich auf den nordamerikanischen Markt. Unser Werk ist davon nicht betroffen." GM Powertrain beschäftigt in Wien-Aspern rund 2.500 Mitarbeiter, die mit Benzinmotoren und Getrieben einen Jahresumsatz von rund 700 Mio. Euro erwirtschaften.
Insgesamt erhoffe sich der GM-Konzern aus dem umfangreichen Programm zur Kostensenkung bis Ende 2006 Einsparungen von 7 Mrd. Dollar (5,9 Mrd. Euro), teilte das Unternehmen in Detroit mit. Dies sei eine Milliarde Dollar mehr als bisher vorgesehen. Seine jährliche Produktion will GM um eine Million Fahrzeuge kürzen. Davon sind insgesamt zwölf Standorte in den USA und Kanada, neun Produktionswerke und drei Standorte für Service und Autoteile, betroffen.
Der Stellenabbau soll möglichst durch natürliche Fluktuation und Vorruhestandsregelungen umgesetzt werden. Dafür seien umfangreiche Rückstellungen vorgesehen, hieß es. Die Streichung von 30.000 Stellen bedeutet den Abbau fast jedes zehnten Arbeitsplatzes bei General Motors, GM hat weltweit rund 324.000 Beschäftigte.
Der Konzern hat bereits umfangreiche Schritte zur Kostensenkung eingeleitet. Bisher war von einem Abbau von mindestens 25.000 Stellen in der Produktion die Rede gewesen. Wagoner hatte angekündigt, Kapazitäten in der Produktion so zu kürzen, dass sie der Nachfrage entsprechen. GM hat 2005 bereits drei Werke geschlossen beziehungsweise die Arbeit dort ruhen lassen.
GM hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits einen Verlust von annähernd 4 Mrd. Dollar angehäuft. Sinkende Absatzzahlen, ein verlustreicher Preiskrieg mit der Konkurrenz, hohe Produktionskosten und ein horrender Schuldenberg sind die Hauptursache für die Krise.
Die Sanierung des verlustreichen Nordamerikageschäfts hat keine Auswirkungen auf die deutsche GM-Tochter Opel. Wie Opel-Sprecher Ulrich Weber in Rüsselsheim sagte, wird das Ende 2004 beschlossene Sparprogramm derzeit planmäßig umgesetzt. Es gebe keine Anzeichen, dass Änderungen geplant seien. GM hat sich zum Ziel gesetzt, in Deutschland rund 10.000 Arbeitsplätze abzubauen.
In einem Zukunftsvertrag hätten sich die Opel-Beschäftigten zudem bereit erklärt, auf ein Prozent der jährlichen Tariferhöhung für die Metallindustrie zu verzichten, so Weber. GM will in Europa die Kosten um jährlich 500 Mio. Euro senken. Derzeit belasten die sehr hohen Abfindungen allerdings noch die Bilanz des Europageschäfts.
Die GM-Aktien verloren 2005 mehr als 40 Prozent an Wert, vergangene Woche notierten sie auf dem tiefsten Stand seit 14 Jahren. Die Citigroup senkte am Montag nach der GM-Erklärung das Kursziel für die Aktien des Unternehmens von 27 auf 22 Dollar. Prudential nahm das Kursziel von 33 auf 28 Dollar zurück. Die GM-Aktie notierte zu Börseneröffnung in New York mit 24,13 Dollar gegenüber Freitag um 0,3 Prozent im Plus.
(apa)

