Reichtumsschere wird immer größer: 1 % der Österreicher haben 34 % des Vermögens

  • 10 Prozent besitzen 2/3 des Gesamtvermögens
  • Brisante Details im Sozialbericht der Armutskonferenz

Die obersten ein Prozent der Bevölkerung besitzen 34 Prozent des Gesamtvermögens, die obersten zehn Prozent zwei Drittel des Gesamtvermögens. Auf dieses Ergebnis des im aktuellen Sozialbericht enthaltenen Reichtumsberichtes hat die Armutskonferenz am Montag aufmerksam gemacht. Die Reallöhne und die realen Gehälter pro Kopf stiegen von 1980 bis 2003 langsamer als die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Bei den Niedrigsteinkommmen gibt es Reallohnverluste.

Auf immer mehr Vermögen gibt es immer weniger Steuern, aber auf sinkende Löhne immer mehr Abgaben und immer höhere indirekte Steuern. Die geringen Einkommen werden voll von den indirekten Steuern getroffen. Das unterste Einkommensdrittel wird durch Massensteuern doppelt so stark belastet wie das oberste. Um 466 Euro zahlen Österreichs Haushalte seit dem Jahr 2000 im Schnitt mehr Abgaben als davor, kritisiert die Armutskonferenz in einer Aussendung.

Knapp 42 Prozent der Steuereinnahmen kommen aus der Umsatz- und den Verbrauchssteuern, 30 Prozent aus der Lohnsteuer und nur 16 Prozent des Steueraufkommens entstehen aus der Einkommens-, Körperschafts- und Kapitalertragssteuer. "Wir haben zwar eine progressive Lohn- und Einkommenssteuer, sie hat aber nur einen relativ niedrigen Anteil am gesamten Steueraufkommen. Ein progressiveres Steuersystem und ein Steuersystem in dem die direkten Steuern einen höheren Stellenwert einnehmen, ist eine notwendige Bedingung für ein finanziell nachhaltiges Sozialsystem, das Armut vermeidet", meint das Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung.
(apa)

21.11.2005 10:09
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