Mittwoch, 23. November 2005

Keine Denk-'Revolution': Misstrauensantrag
gegen Austria-Präsidium zurückgezogen

  • Magna-Boss Stronach bleibt bis Ende Juni 2007 Mäzen
  • Gremium mit Häupl soll finanzielle Zukunft planen

Der große "Schicksalstag" des Fußball-T-Mobile-Bundesligisten Austria Wien hat am Donnerstag eine überraschende Wende gebracht. Helmut Denk hat noch vor der Generalversammlung der Favoritner im Grinzinger Keller des Rathaus-Kellers seine Misstrauensanträge gegen das Präsidium zurückgezogen. Damit bleiben Präsident Peter Langer und die Vize-Präsidenten Andreas Rudas und Peter Pelinka im Amt und das Engagement von Magna-Boss Frank Stronach bei den Violetten endet nach dem am Montag beschlossenen Ausstieg nicht sofort, sondern per 30. Juni 2007.

Ausschlaggebend für die Trendwende beim 63-jährigen Unternehmer Denk war eine im Rathaus vorausgegangene Sitzung des von Wiens Bürgermeister Michael Häupl geführten Klub-Kuratoriums. In dieser wurde eine Kommission gebildet, die die Finanzierungsofferte für die Zeit nach Stronach gründlich prüfen wird. Die Kommission wird aus Bürgermeister Häupl (Vorsitzender Kuratorium), Manfred Mautner-Markhof (Vorsitzender Verwaltungsrat), Langer (Austria-Präsident), Denk und eventuell einem Denk-Vertrauten bestehen.

Das Prüfen der Offerte - dabei soll es sich nicht nur um die Variante von Denk handeln - soll etwa bis Jänner 2006 dauern, dann wird eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. "Wir nehmen uns die Zeit, die Finanzierungsofferte, die es hoffentlich geben wird, genau zu prüfen und das Problem, das durch die Kündigung von Magna entstanden ist, professionell zu lösen", meinte Langer, bevor die Generalversammlung mit knapp 140 ordentlichen Mitgliedern mit rund einer Stunde Verspätung um 19:30 Uhr startete.

"Wir haben einen einheitlichen violetten Weg beschlossen. Jetzt ist Ruhe wichtig, denn es gibt nicht nur Funktionäre, sondern auch Fußballer, die schon am Sonntag wieder Leistung bringen sollen", so Langer. Das von Denk mehrmals für Donnerstag angekündigte Konzept (rund 15 bis 20 Millionen Euro) gab es übrigens nicht zu sehen, genauso wenig eventuelle Bankgarantien. Das soll sich jedoch bis Jänner ändern.

"Wir haben uns auf einen gemeinsamen Weg verständigt", freute sich auch Häupl über die Gespräche. "Es wurde klargestellt, dass alle an einem Strang ziehen. Auf Grund der Diskussion des Kuratoriums wurden die Anträge zurückgezogen, jetzt wird die Kommission alle Konzepte prüfen", sagte Pelinka, der die Austria der Zukunft als harmonisches Gebilde sieht: "Ab jetzt gibt es bei der Austria die große Einheit." Oder mit den Worten des Bürgermeisters: "Streit und Hader sind beendet."

(apa)

23.11.2005 16:31