Mittwoch, 23. November 2005

NEWS über den Kampf um die Krone: Maier oder Raich - wer dominiert Olympia-Winter?

  • Maier ist noch nicht bereit den Ski-Thron zu räumen!
  • Raich hat nach seinem WM-Triumph Lunte gerochen!

Auf der „Coquihalla“-Piste von Sun Peaks muss nach mehrmaligen Verschiebungen ein Trainingslauf der ÖSV-Herren abgesagt werden. „In solchen Situationen zeigt sich, wer ein Schwitzer ist“, merkt Toni Giger süffisant an. Hermann Maier und Benjamin Raich zählt er jedenfalls nicht zu dieser Sorte von Skirennfahrern. Der Herausforderer rüttelt am Thron des Skikaisers. Die beiden Topstars des stärksten Skiteams der Welt nehmen die Trainingsabsage gelassen und routiniert hin. Der bald 33- jährige „Herminator“ mit seinen 51 Weltcupsiegen genauso wie sein um fast sechs Jahre jüngerer Herausforderer, der sich spätestens seit dem letzten Winter anschickt, am Thron des „Skikaisers“ zu rütteln.

Mit seinen fünf WM-Medaillen (davon zwei in Gold) hat "Big Benni" dem "Altmeister" heuer im Februar in Bormio fast die Show gestohlen, bevor Maier mit dem überraschenden WM-Titel im Riesentorlauf noch einmal zurückschlagen konnte. Seither ist die langjährige Hierarchie im österreichischen Herrenteam ins Wanken geraten.

Sportliche Rivalität hin, Popularität bei den Journalisten und Fans her: Was den Gesamtweltcup betrifft, ziehen Hermann Maier und Benni Raich an einem Strang. Die große Kristallkugel in diesem Winter nach Österreich zurückzuholen – dafür arbeiten die beiden Ausnahmekönner Seite an Seite konzentrierter denn je. Während der „Herminator“ trotz seines fulminanten Saisonauftakts in Sölden wie gewohnt tiefstapelt („Ich fühl mich eigentlich nicht mehr stark genug, um mir realistische Chancen auszurechnen“), ist für Raich der Gewinn der großen Kristallkugel neben Olympia das ganz große Saisonziel: "Ich hab mich in allen vier Disziplinen kontinuierlich gesteigert, war im Gesamtweltcup schon Dritter und zuletzt Zweiter. Heuer will ich daher noch eins draufsetzen."

Chefcoach Giger fördert die gesunde Rivalität in seinem Team, weiß, dass seine Mannschaft beide Spitzenläufer braucht, von den "Benchmarks" Maier und Raich nur profitieren kann: "Genauso wie Hermann hat auch Benni eine unglaublich wichtige Funktion. Schon im Training kann sich jeder an ihnen orientieren. Erreicht einer ähnliche Zeiten, weiß er, dass er auch mit der absoluten Weltspitze mithalten kann."

Benni gibt in Speed-Disziplinen Gas, Hermann mit letztem Ziel
Es war letztlich Cheftrainer Giger, der dem Slalom-Spezialisten Benni Raich nach der Weltmeisterschaft in St. Moritz 2003 Appetit auf mehr machte und ihn zu einer Allrounder-Karriere mit Blickpunkt Gesamtweltcup überredete. Raich: „Da war keine große Überredungskunst notwendig. Ich hab schon länger auf Starts in der Abfahrt und im Super-G gespitzt." Mit der WM-Medaille im Super-G in Bormio hat der Tiroler 2005 die letzten Zweifler an seinen "Speed-Qualitäten" überzeugt.

Hermann Maier wiederum ist trotz seiner zwei Olympiasiege, drei Weltmeistertitel, vier Gesamtweltcupkugeln und mittlerweile 51 Weltcupsiegen erfolgshungrig wie eh und je. Vor allem nach einer Saison, die ihm mit Ausnahme der WM-Goldmedaille im Riesentorlauf für seine Verhältnisse relativ wenige Erfolgserlebnisse beschert hat. Auch wenn Maier öffentlich nicht darüber spricht: Seine Trainer und alle seine Teamkollegen von Benni Raich abwärts wissen insgeheim ganz genau, dass das letzte große Ziel des „Herminators“ die Goldmedaille in der Olympia-Abfahrt am 12. Februar 2006 auf der „Pista Borghata“ von Sestriere ist – dort, wo er 2004 seinen vierten Gesamtweltcup mit einem sensationellen Super-G fixiert hat. Erst dann wird er zur Hofübergabe bereit sein.

Mehr zu dieser Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

23.11.2005 16:23