Freitag, 25. November 2005

Traum geplatzt: Wendlinger verpasst den FIA-GT-Weltmeistertitel im letzten Rennen

  • Getriebeschaden stoppt Tiroler bei Saisonfinale
  • Meisterschaft geht an Schweizer Piloten Gardel

Der Tiroler Karl Wendlinger und sein italienischer Partner Andrea Bertolini haben den Weltmeistertitel in der FIA-GT-Klasse verpasst. Für das Red-Bull-Maserati-Duo war das Saisonfinale am Freitag in Sakhir/Bahrain bereits nach acht Runden wegen eines Getriebeschadens zu Ende. Dem Schweizer Ferrari-Piloten Gabriele Gardel genügte Platz vier zum Titelgewinn.

Der Sieg auf dem Formel-1-Kurs am Persischen Golf ging an Christophe Bouchut/Antonio Garcia (FRA/ESP) im Aston Martin, der Wiener Philipp Peter wurde mit seinem neuen englischen Partner Jamie Davies in einem Maserati MC 12 hervorragender Zweiter. Doch der zweite Stockerlplatz für Peter in dieser Saison nach Rang zwei in Spa (mit Wendlinger und Bertolini) war an diesem Tag nur ein schwacher Trost für Österreichs Motorsportfans.

Wendlinger war heuer in allen bisherigen zehn Rennen in die Punkte gekommen und seit 31. Juli Spitzenreiter der Meisterschaft. Und ausgerechnet im letzten Saisonlauf schlug der Defektteufel zu. Dabei hatte in Bahrain alles so gut begonnen: Zweiter Platz im Qualifying, Bestzeit im Warm-Up und zunächst auch Platz zwei von Bertolini im Rennen. Doch in Runde acht streikte auf einmal das Getriebe - und damit zerplatzte urplötzlich der Traum vom WM-Titel.

"Irgendwie habe ich das alles noch gar nicht richtig realisiert", lautete der erste Kommentar von Karl Wendlinger, der verständlicherweise total am Boden zerstört war. "Andrea und ich haben alles für diesen Titel getan - und dann spielt dir die Technik gerade im letzten Rennen einen Streich. Eigentlich alles unfassbar!"

Ursachenforschung betreffend des Ausfalles wollte der Kufsteiner erst gar nicht betreiben: "Dazu ist jetzt die Enttäuschung einfach zu groß. Man wird das sicher alles analysieren, wird auch die Fehlerquelle finden. Bringen tut's uns ohnehin nichts." In der Endwertung fielen Wendlinger/Bertolini damit auf Platz drei zurück.

Auch Peter ärgerte sich über das Aus der Marken-Kollegen. "Für Karl und Andrea tut es mir natürlich sehr Leid. Den Titel im letzten Rennen zu verlieren, ist doppelt hart", betonte der Wiener. "Für mich war es dagegen ein perfekter Abschluss einer nicht immer erfreulichen Saison. Man hat dabei gesehen, was mit einem starken Partner an meiner Seite heuer alles möglich gewesen wäre."

Zwei WM-Punkte für Robert Lechner
Neben Peter durfte auch Robert Lechner mit dem Saisonabschluss zufrieden sein: Mit seinem italienischen Partner Paolo Ruberti holte der Salzburger im Saleen von Konrad-Motorsport zwei WM-Punkte.

Endstand der FIA-GT-WM nach dem elften und letzten Lauf
1. Gabriele Gardel (SUI) Ferrari 550 75 Punkte
2. Michael Bartels/Timo Scheider (beide GER) Maserati MC 12 74
3. Karl Wendlinger/Andrea Bertolini (AUT/ITA) Red Bull Maserati MC 12 71
weiter:
6. Philipp Peter (AUT) Maserati MC 12 45

(apa)

25.11.2005 16:35