Das Lebensdrama des George Best:
Ein Superkicker zerbrach am Alkohol
- "Habe eine Menge Geld für Alkohol, Weiber & schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich verprasst"
- PLUS: George Best im Alter von 59 Jahren verstorben
·George Best wird am Samstag beigesetzt!
Fußball-Legende verstarb an Multi-Organversagen

Selbst am Sterbebett hat die nordirische Fußball-Legende George Best die Ärzte noch einmal verblüfft - so wie er es in seiner aktiven Zeit mit Gegenspielern und Fans gehalten hatte. "Es ist unglaublich. Niemand von uns hat jemals miterlebt, dass ein Patient durch so viele Komplikationen kam wie er. Er muss eine ganz starke Person sein", hatte Chefarzt Professor Roger Williams noch drei Tage vor dem Tod von Best am Freitag in der Londoner Cromwell-Klinik gesagt.
Stark war Europas Fußballer des Jahres 1968 nicht immer gewesen. Im Alter von 14 Jahren war der später von vielen Experten als bester britischer Kicker aller Zeiten bezeichnete Flügelspieler vom nordirischen Verein Glentoran Belfast abgewiesen worden. Begründung: "Zu klein, zu leicht und zu schwach." Drei Jahre später debütierte Best bei Manchester United, schoss den Klub 1965 und 1967 zum Meistertitel und gewann 1968 (mit 28 Toren englischer Schützenkönig) zudem den Europacup der Landesmeister.
Seinem Klub blieb Best bis zu seinem frühen Karriereende 1974 ebenso treu wie dem Alkohol. Mit nur 27 Jahren musste der geniale Offensivspieler seine Karriere bei Manchester United beenden, da er mehrfach betrunken zum Training erschienen war, Spiele geschwänzt hatte und tagelang unauffindbar verschwunden war. "Ich glaube nicht, dass ich mein Talent vergeudet habe. Ich habe 12 Jahre für United gespielt und alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt", hatte Best seine Karriere Revue passieren lassen "ohne irgendetwas zu bereuen".
Er war ein Lebemann, der seine Alkoholprobleme selbst nach einer Lebertransplantation nicht in den Griff bekam. Niemand konnte sein Leben treffender beschreiben als er selbst: "Ich habe eine Menge Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich verprasst", hatte der Superstar einmal gesagt.
In Erinnerung wird er der Öffentlichkeit aber nicht nur durch seine Frauenskandale, Alkohol- und Drogenexzesse bleiben, sondern auch durch seine unerreichten Fähigkeiten auf dem Spielfeld. Dribblings, Tore aus den unmöglichsten Situationen - Best machte seinem Namen in den 60er Jahren alle Ehre. Viele Kommentatoren stellen die "ManU"-Legende sogar auf eine Stufe mit Pele oder Johan Cruyff - wäre da nicht sein Leben abseits des Spielfeldes gewesen.
Dabei war der Nordire eine integrative Persönlichkeit. Als Protestant erfuhr er ob seiner Klasse selbst von den nordirischen Katholiken in höchstem Maße Anerkennung und Bewunderung, ob seiner Frisur wurde er in Anlehnung an die Liverpooler Kultband "der fünfte Beatle" getauft. Mit seinem Lebensstil hat Best aber nicht nur sein Image zerstört. Letztlich kostete er ihn auch das Leben.
(apa)
