Freitag, 25. November 2005

Vogelgrippe verbreitet sich rasant: Ganzes Stadtgebiet Jakartas ist bereits verseucht!

  • Schon sieben Grippe-Opfer in Indonesien bestätigt
  • Japan kündigt verstärkte Suche nach Impfstoff an

Die Vogelgrippe hat sich in der indonesischen Hauptstadt Jakarta rasant ausgebreitet. Das Landwirtschaftsministerium erklärte, der gefährliche Erreger H5N1 sei in Geflügel im gesamten Stadtgebiet gefunden worden. In Indonesien starben bisher mindestens sieben Menschen an der Vogelgrippe.

In einem Wohngebiet von Jakarta, in dem das jüngste Todesopfer lebte, wurden rund 400 Hühner und andere Vögel getötet. Arbeiter in Schutzanzügen verbrannten die Kadaver zusammen mit Käfigen und Ställen. Im Gegensatz zu anderen Ländern werden in Indonesien nicht routinemäßig Hühner geschlachtet, sobald ein Verdachtsfall gemeldet wird. Die Behörden erklärten, sie hätten nicht die nötigen Mittel, um die betroffenen Bauern zu entschädigen.

Die Vogelgrippe breitete sich auch in Vietnam weiter aus, wie die staatlichen Medien berichtete. Der neueste Fall sei aus der Provinz Long An im Mekong-Delta gemeldet worden, hieß es. Seit Oktober wurden im ganzen Land mehr als eine Million Hühner getötet. In der Provinz Tien Giang floh ein Mann aus einem Krankenhaus, der möglicherweise mit der Vogelgrippe infiziert ist. Die Zeitung "Tuoi Tre" berichtete, der Mann sei zunächst auf eine Isolierstation verlegt worden. Er habe jedoch noch einige persönliche Dinge kaufen wollen und sei nicht wieder aufgetaucht. Der Mann sei eine Woche vor seiner Erkrankung mit kranken Hühnern in Kontakt gekommen.

Japan kündigte unterdessen die verstärkte Suche nach einem Impfstoff gegen die Vogelgrippe an. Dafür will die Regierung 100 Millionen Yen (713.000 Euro) zur Verfügung stellen. Ziel sei es, einen Prototyp für einen Impfstoff für Tiere zu entwickeln, damit im Ernstfall schnell ein Impfstoff für den Menschen zur Verfügung stehe, erklärten die Behörden. "Angesichts der Situation müssen wir so schnell wie möglich handeln", sagte Wissenschaftsminister Iwao Matsuda. (apa)

25.11.2005 10:28