Freitag, 25. November 2005

Drogendealer in Haft: Australien streitet mit Singapur über eine geplante Hinrichtung!

  • Ex-Premierminister: "Chinesische Schurkenstadt"

Der Streit zwischen Australien und Singapur über die geplante Hinrichtung eines australischen Drogenschmugglers in dem Stadtstaat droht zu eskalieren. Der frühere australische Premierminister Gough Whitlam bezeichnete Singapur am Freitag als "chinesische Schurkenstadt".

Anlass ist die Ablehnung Singapurs, Gnadenersuche zu hören und die Exekution des 25-Jährigen Nguyen Tuong Van auszusetzen. Dieser war 2002 mit 400 Gramm Heroin erwischt worden und soll deswegen am 2. Dezember aufgehängt werden.

Ex-Premier Whitlam rief den australischen Regierungschef John Howard in dem Interview auf, auf dem Commonwealth-Gipfel am (heutigen) Freitag in Malta abermals für das Leben Van Nguyens zu kämpfen. "Wenn der Gipfel irgend einen Sinn hat, dann sollte das Thema dort angesprochen werden", sagte er.

Die Hoffnung auf eine Begnadigung Van Nguyens schwinden indes. In einer Erklärung des singapurischen Justizministeriums vom Donnerstag heißt es: "Nguyen hat nach unseren Gesetzen ein sehr schweres Verbrechen begangen." Der Stadtstaat verfolge eine konsequenten Ansatz gegen Drogensucht. Und ein Element des Ansatzes sei die Todesstrafe für Drogendealer. "Das Gesetz muss nun seinen Lauf nehmen."

(apa)

25.11.2005 07:46