Sonntag, 27. November 2005

Generalkonferenz in Wien: Bundespräsident
Heinz Fischer würdigt die Arbeit der UNIDO

  • Lob für den scheidenden Generaldirektor Magarinos

Bundespräsident Fischer hat die Arbeit des scheidenden Generaldirektors der Organisation für Industrielle Entwicklung der Vereinten Nationen (UNIDO), Carlos Magarinos, gewürdigt. "Zusammen mit einem sehr engagierten Team hat er die Organisation reformiert, beinahe neu aufgebaut", erklärte Fischer am Montag bei der Eröffnung der fünftägigen Generalkonferenz in Wien.

Nach acht Jahren der Amtsführung von Magarinos seien die Früchte der erfolgreichen Reformen klar sichtbar. Auf Grund des wiedergewonnenen Vertrauens hätten sich die freiwilligen Beiträge der Mitgliedstaaten während Magarinos' Führung verdoppelt, so Fischer. Österreich sei der siebentgrößte Beitragzahler der UNIDO, und er sei erfreut mitzuteilen, dass in den ersten neun Monaten 2005 die Bundesregierung 25 Prozent mehr an freiwilligem Beitrag als im Vorjahr geleistet habe.

Mit einem niedrigeren Budget würde die UNIDO heute mehr technische Unterstützung leisten, sagte Fischer weiter. Die UNIDO sei die "beste Organisation", um die wirtschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen Aspekte der industriellen Entwicklung miteinander zu verbinden.

"Die UNIDO ist wieder auf den Beinen", erklärte Magarinos. Seit 2000 würde 60 Prozent mehr technische Assistenz geleistet, die Jobs für UNIDO-Mitarbeiter seien gesichert, die Anzahl von lokalen Büros seien auf 45 gestiegen. Zudem sei durch die Konzentrierung auf wenige Bereiche mehr Effizienz erreicht worden.

Der Premierminister von Haiti, Gerard Latortue, schlug die Eröffnung eines UNIDO-Büros in seinem Land vor. Kritische Worte fand Latortue auch gegenüber der "destruktiven Konkurrenz" unter den einzelnen UNO-Organisationen. Die verschiedenen Organisationen sollten vielmehr stärker zusammenarbeiten, wobei der Wirtschafts- und Sozialrat der UNO (ECOSOC) eine koordinierende Rolle einnehmen sollte.

Latortue und sein Amtskollege aus Tansania, Frederick Sumaye, freuten sich über die Ernennung des neuen Generaldirektors der UNIDO, Kandeh Yumkella, am kommenden Freitag. Er wird der erste UNIDO- Generaldirektor aus Afrika südlich der Sahara sein. (apa)

27.11.2005 11:09