Säugling in Wien misshandelt! 19-Jähriger fügt Baby lebensgefährliche Verletzungen zu
- Junger Mann war mit dem Kleinkind "überfordert"
- Äzrte kämpfen weiter um das Leben des Bubs
Der Zustand des misshandelten Wiener Babys, das vor einigen Tagen in das SMZ-Ost eingeliefert wurde, war am Montag weiterhin kritisch. Wie der behandelnde Mediziner Hubert Göpfrich zur APA sagte, befand sich der Bub in künstlichem Tiefschlaf und wurde beatmet. Der wenige Wochen alte Säugling sei jedoch stabil, so der Arzt.
In der Familie war es immer wieder zu gewalttätigen Szenen gekommen, geht aus den Angaben des Amtes für Jugend und Familie (MA11) hervor. Im Mai 2004 war ein Betretungsverbot gegen den Stiefvater des schwer verletzten Säuglings ausgesprochen worden, weil er die Mutter des Buben geschlagen hatte.
Seit Ende 2004 gebe es eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Familie und dem Jugendamt, sagte Daniela Attwood von der MA11 zur APA. 2005 wurde dem Paar auferlegt, ständig Kontakt mit dem Jugendamt zu halten. Auf die Kinder sei der 19-Jährige bis dahin nicht losgegangen, so die MA11. Sie charakterisierte das Paar als "Multiproblemfamilie" wegen der herrschenden Gewalt und der jungen Elternschaft.
Das zweite Kind befindet sich seit dem Vorfall in Krisenpflege. Während dieses sechs bis acht Wochen dauernden Zeitraums wird abgeklärt, was mit dem Zweijährigen passieren soll, etwa ob er zu einer Pflegefamilie kommt. Derselbe Schritt ist auch für den schwer verletzten Säugling vorgesehen.
Die Mutter hatte das sechs Wochen alte Kind vor einigen Tagen in das Donauspital gebracht. Auf Grund der Verletzungen wurden die Behörden alarmiert. Der 19-jährige Michael R., der Lebensgefährte der Mutter, gestand, das Baby durch kräftiges Schütteln misshandelt zu haben. Er wurde in Untersuchungshaft genommen.
(apa/red)
